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Plagiat-Wirbel an Klagenfurter Uni

Von Heiner Boberski

Wissen

Uni Klagenfurt lässt "Nachbesserung" der Abschlussarbeiten zu. | Kritiker: "Bananenrepubliks-Lösung". | Wien. Der Salzburger Medienwissenschafter und "Plagiat-Detektiv" Stefan Weber ist empört über Aussagen von Jutta Menschik-Bendele, Vizerektorin der Uni Klagenfurt, in einem Interview für das dortige "Campusblatt". Zur kürzlich beschlossenen Prüfung aller Abschlussarbeiten der letzten Jahre, ob keine Plagiate vorliegen, meinte sie: "Wer Zweifel hat, soll sich mit seinem Betreuer/In in Verbindung setzen und wenn dann die Zweifel berechtigt sind muss eine Selbstmeldung an das Studienrektorat bis 31. März 2007 erfolgen. Dann gibt es die Möglichkeit die Arbeit nachzubessern."


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Weber erklärte dazu in einer Aussendung, in der er sich auch über die "in Österreich und anderswo" Tradition besitzende "Pathologisierung des Kritikers" beschwert, wörtlich: "Ich halte dies für den bisherigen Höhepunkt der Verarschung, die die Universität Klagenfurt seit Monaten betreibt. Hier wurde im großen Stil Wissenschaft mit den Füßen getreten, und nun sollen diese Taten vertuscht werden. Man bietet bereits fertigen Akademikern die Möglichkeit, ihre Arbeiten umzuschreiben - ein bislang wohl einmaliger Vorgang und eine Bananenrepubliks-Lösung, wie ich sie nicht für möglich gehalten hätte."

Weber, der gerade das Buch "Das Google-Copy-Paste-Syndrom" mit vielen Beispielen aus der heute gängigen Plagiat-Unkultur veröffentlicht hat, hat selbst zehn Klagenfurter Diplomarbeiten aus dem Bereich Medien- und Kommunikationswissenschaft aus den Jahren 2004 bis 2006 untersucht. Neun der zehn Texte sind nach seinem Urteil für die Forschung wertlos, oft werde falsch und unzureichend zitiert, sogar seitenlang aus nicht-wissenschaftlichen Beratungs-Webseiten, in einem krassen Fall von der eines Wuppertaler Heilpraktikers.

Gerhard Weber

Das Google-Copy-Paste-Syndrom

Heise Verlag, Hannover

160 Seiten, 16,50 Euro

Schockierend.