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Platsch statt Peng

Von Christina Böck

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Es ist ja nicht so, dass man in seinem Smartphone nicht ohnehin ein ziemliches Arsenal mit sich herumführen würde. Sollte man seinen Wunsch nach Gewaltanwendung illustrativ kommunizieren wollen, ist das recht einfach. Es gibt nämlich unter den Emojis eine Bombe, ein Messer, einen Dolch, zwei Schwerter, einen Hammer in mehrfacher Ausführung, einen Eispickel, Pfeil und Bogen und ein Kreissägenblatt. Wer es bis dahin nicht kapiert hat, dem kann man auch einen Sarg schicken - oder Urnen in zweierlei Varianten. Was es nun in Bälde aber nicht mehr geben wird, ist eine Pistole. Apple hat sich entschieden, das Revolver-Emoji, das ohnehin schon wie eine Waffe aus Entenhausen ausgesehen hat, zu ersetzen. Durch eine grüne Spritzpistole.

Bereits vor einem Monat haben sich Apple und Microsoft gegen einen Neuzugang im Portfolio der SMS-Bildchen ausgesprochen: ein Gewehr-Emoji, das eigentlich zur Olympia-Kollektion gehören sollte, wird es nicht geben. Anti-Waffen-Gruppen hatten das Gewehr-Emoji kritisiert, und kürzliche Attentate wie jenes in Orlando mit einem Sturmgewehr haben die Öffentlichkeit weiter sensibilisiert. Nun ist das eine schöne Geste der Großkonzerne, aber auch ein Sittenbild der Waffenpolitik der USA. Man entfernt die Bilder, die echten Waffen bekommt man aber weiter im Supermarkt. Einmal abgesehen davon, dass es nicht das Problem ist, dass man über Waffen kommuniziert. Sondern dass man Waffen benutzt. Genauso politisch-korrekt hohl könnte man die Pommes, den Hamburger und das panierte Shrimp aus den Emojis entfernen. Auch ungesund.