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Trotz des schwachen Wirtschaftswachstums und der Insolvenzwelle in Deutschland habe man in Österreich "nur" einen Anstieg um 1,5% auf 5.254 Firmenpleiten gegenüber 2001 verzeichnet, betonte Hans-Georg Kantner, Leiter der Insolvenzabteilung des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV), gestern vor Journalisten. Die Passiva verharrten bei 3,5 Mrd. Euro.
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Auch für das kommende Jahr zeichne sich keine Besserung ab: Er, Kantner, rechne mit einer Pleitenzahl und Passiva in der Größenordnung von 2002.
Von Firmenzusammenbrüchen waren heuer 23.500 Arbeitnehmer betroffen, ein Rückgang um 11%. Branchenführer bei den Insolvenzen ist wie im Vorjahr die Bauwirtschaft mit knapp über 900 Fällen und 641 Mill. Euro Verbindlichkeiten. Der Wettbewerb im Baugewerbe gehe immer zu Lasten des Preises, die Angebote seien daher meist nicht kostendeckend, merkte Kantner dazu an. An 2. Stelle liegt das Gastgewerbe mit 737 Fällen (107 Mill. Euro Passiva), die 3. Stelle belegen die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (722 Fälle, 447 Mill. Euro Passiva).
Bei den Privatkonkursen gab es heuer einen Anstieg um 4,7% auf 3.769 Fälle. Die Höhe der Passiva sank gegenüber 2001 um 6,4% auf 459 Mill. Euro.
Einen Zuwachs um 9,1% auf 2.442 Fälle verzeichnete die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge (hier können die Unternehmen nicht einmal den Kostenerlag von 3.500 Euro aufbringen). KSV-Geschäftsführer Johannes Nejedlik forderte eine genaue Untersuchung dieser Fälle, da nach KSV-Berechnungen rund 10% der angegebenen Insolvenzursachen auf betrügerische Handlungen zurückzuführen seien. Außerdem plädierte er für eine Abschaffung der Krida, damit wäre eine Trennung zwischen "redlich scheitern und vorsätzlich strafbar handeln" möglich. Derzeit stehen 500 vorsätzlich herbeigeführten Insolvenzen nur 69 Verurteilungen gegenüber.
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