)
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 10 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Die Römer. Eine sehr spezielle Ausformung der Spezies Mensch. Das wussten schon Asterix und Obelix. Dass sie spinnen, sagt man ihnen dieser Tage nicht direkt nach. Internationale Verwunderung haben sie jedoch definitiv ausgelöst mit ihrer Aktion, beim Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani in den Kapitolinischen Museen (nackte) antike Statuen zu verhüllen. Um den Gast nicht zu provozieren. In seiner (religiösen) Weltanschauung. Wer die Aktion vermeintlicher Diplomatie angeordnet hat, darüber streitet man in Italien seither heftig. Es will nämlich keiner gewesen sein.
Der Ton ist rau. Es fliegen Vorwürfe wie "lächerliche Unterwerfung" gegenüber dem Islam.
Rohani selbst ist nach Paris weitergereist. Dort habe man aus ebensolcher Rücksicht auf seine religiösen Empfindungen die Kathedrale von Notre-Dame abreißen lassen. Dieser Anblick wäre ja nun wirklich unzumutbar gewesen. Soweit die satirische Reaktion des "Spiegel" online. Andere Medien diskutieren eifrig die bis ins 20. Jahrhundert gängige Praxis, Statuen das Geschlecht abzuhauen oder mittels Feigenblatt zu verdecken.
In der realen Welt haben die Italiener selbst die Geschichte nun noch einmal weitergedreht: Die Regierung will in die Sicherheit von Museen investieren. Es sind auch Anti-Terrormaßnahmen geplant. Ob sich unter ihnen auch die Anfertigung von Feigenblättern oder gar Holzkisten für die Bedeckung von zur Schau gestellter nackter Schönheit befindet, als besondere bauliche Maßnahme im Sinne der Deeskalation und um etwaige Provokationen zu vermeiden, ist nicht bekannt.

)
)
)