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Porträt eines Sammlers & Jägers

Von Manfred A. Schmid

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Sonntagabend stand nach der "Betrifft"-Diskussion um 23.15 Uhr ein Porträt des passionierten Kunstsammlers Rudolf Leopold auf dem Programm von ORF 2. Rudolf Leopold - das ist jener Wiener Augenarzt, dem wir die nun im Wiener Mu-seumsQuartier beheimatete einzigartige Sammlung österreichischer Kunst zu verdanken haben. Ausgangspunkt seiner Sammelleidenschaft war, als er 1950 einen uvre-Katalog Egon Schieles zu Gesicht bekam. Er kaufte einige damals völlig unterbewertete Bilder, und Dank von bis zu 30.000-

fachen Wertsteigerungen war es ihm und seiner Frau Elisabeth möglich, im Laufe der Jahre eine Sammlung anzulegen, deren Marktwert heute auf rund 8 Mrd. Schilling geschätzt wird. Im Film von Sylvia Rotter sprachen er und seine Frau über ihre gemeinsame, sie lebenslang verbindende Leidenschaft und stellten ihre Lieblingsbilder vor - neben Gemälden von Klimt und Schiele auch Bilder u. a. von Herbert Boeckl, Alfons Walde und Albin Egger-Lienz. Mit wieviel Liebe hier ans Werk gegangen wird, konnte man erahnen, als man den Museumsdirektor auf Lebenszeit bei der Auswahl der passenden Rahmen und beim Hängen der Exponate sehen konnte. Da wird nichts irgendwelchen Mitarbeitern überlassen. Das ist alles Chefsache.

Die Dokumentation war auf das Thema hinsichtlich Gestaltung und Kameraführung kongenial zugeschnitten. Immer wieder öffneten sich an den weißen Wänden seines Museums Bilder, auf den der Sammler im Interview zu sehen war. Besser, stimmiger kann man einen Mann und die "Bilder einer Leidenschaft" wirklich nicht einfangen.