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Positive Bilanz der "Oase" AIT

Von Heiner Boberski

Wissen

Androsch: "Zwei Forschungsschwalben machen noch keinen Forschungssommer."


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Wien. Zum sechsten Mal in Folge legte das Austrian Institute of Technology (AIT) eine positive Jahresbilanz vor. 2013 betrug der Jahresgewinn 2,3 Millionen Euro (2012: 2,5 Millionen) und das EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) 2,2 Millionen Euro (2012: 2,4 Millionen).

In der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Wien zeigte sich AIT-Aufsichtsratspräsident Hannes Androsch sehr erfreut, dass die stabile Finanzierung des AIT bis 2017 sichergestellt wurde. Am 6. Juni hatte das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) die Rahmenfinanzierungsvereinbarung mit dem AIT erneuert, die für die nächsten vier Jahre ein Basisbudget von 203 Millionen Euro für das AIT vorsieht. Damit sind 40 Prozent des AIT-Budgets gedeckt, dazu sollen im gleichen Zeitraum extern 60 Prozent, etwa 308 Millionen Euro, aus nationalen und internationalen Fördermitteln sowie aus Auftragsforschung kommen.

Für die nächsten Jahre will man sich, so AIT-Geschäftsführer Anton Plimon, an bewährte Strategien halten: Konzentration auf wenige Kernkompetenzen, Kooperation mit potenten Partnern und Wachstum. Zu den derzeit 1180 Mitarbeitern (davon 265 frei) sollen rund 150 hinzukommen, darunter einzelne Spitzenforscher als "principle scientists", die Teams um sich scharen sollen. Dazu führte Androsch überpointiert aus: "Das sind hochqualifizierte Leute, wie sie nicht beim Schlecker zu bekommen sind - den es noch dazu gar nicht mehr gibt."

Internationale Anerkennung

Der internationale Wettbewerb um die besten Köpfe hat sich ebenso verschärft wie jener um EU-Fördergelder, wie AIT-Finanzchef Alexander Svejkovsky ausführte. AIT-Geschäftsführer Wolfgang Knoll wies auf mehrere Forschungs-Highlights aus dem Jahr 2013 hin, an denen das AIT beteiligt war, zum Beispiel die Siegerprojekte bei großen internationalen Wettbewerben: das Niedrigenergiehaus "LiSi" (Solar Decathlon, Kalifornien); Klemens Wassermanns neues Verfahren zur raschen Entdeckung gefährlicher Erreger im Blut (Falling Walls LAB, Berlin). Das AIT lebe davon, "ein Radar zu entwickeln, wo sich Technologien in etwa zehn Jahren hinentwickeln werden".

Hannes Androsch warf dem Staat vor, Geld in Milliardenhöhe wenig sinnvoll auszugeben, während zugleich der Forschungsfinazierungspfad, der einen Anteil von 3,76 Prozent des BIP zum Ziel hatte, nicht eingehalten werde. Dabei sei das AIT noch eine "Oase" unter den Forschungseinrichtungen, ein ähnlich gesichertes Budget für die nächsten Jahre habe nur noch die Österreichische Akademie der Wissenschaften: "Aber zwei Forschungsschwalben machen noch keinen Forschungssommer."