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Positive Effekte unterschätzt?

Von Sissi Eigruber

Europaarchiv

Die EU-Osterweiterung aus Sicht der Wirtschaftsforschung und der Industrie stand gestern im Zentrum der Generalversammlung des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV). "Der KSV unterstützt und begrüßt die EU-Osterweiterung", sei sich aber auch der Probleme bewusst, so Heinz Zinner, Präsident des KSV in seiner Eröffnungsrede. Um bestehende Ängste zu zerstreuen, sei es notwendig, die Fakten zur Erweiterung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, so Zinner.


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"Die wirtschaftliche Bewertung der EU-Osterweiterung kann insgesamt nur positiv gesehen werden", schickte Helmut Kramer, der Leiter des Witschaftsforschungsinstitutes (WIFO) seinen Erläuterungen voraus. Die positive Entwicklung werde derzeit wahrscheinlich sogar unterschätzt, so Kramer. Er warnte allerdings davor die EU-Erweiterung als "himmelblau" zu verkaufen, denn "die Erweiterung muss nicht unbedingt im Moment der Erweiterung ein Erfolg sein", mit Anpassungsproblemen müsse gerechnet werden. Der Druck auf einzelne Wirtschaftssektoren und Grenzregionen werde hoch sein. So werde sich etwa die Lage der österreichischen Landwirtschaft sicherlich verschärfen. In diesem Bereich seien daher Strukturänderungen notwendig. Auch die Angst vor der Konkurrenz am Arbeitsmarkt sei verständlich, so der Wirtschaftsexperte. Allerdings lasse sich dieses Problem im Wesentlichen auf die Pendler beschränken, denn die Mobilität der Menschen sei bei weitem nicht so hoch, wie oft angenommen. Jedenfalls sei volkswirtschaftlicher Fortschritt nicht durch die "Konservierung von Strukturen" möglich, sondern nur durch Veränderung. Damit sei allerdings auch Zerstörung verbunden, "so hart das auch klingen mag".

Auch der Vorstandsvorsitzende der Frantschach AG (Papierindustrie), Veit Sorger, betonte in seiner Rede die Chancen der EU-Erweiterungen."Wir erhalten das größte Stück vom Wachstums- und Erweiterungskuchen", so Sorger in Bezug auf die bestehenden wirtschaftlichen Verbindungen Österreichs zu den Ostländern und die Dynamik des dortigen Marktes.