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Post will 293 Postämter schließen

Von WZ Online

Wirtschaft
Die Zukunft des Postamts: die Post-Partner
© Post AG

Wien. Die Österreichische Post sperrt 293 Ämter zu, um gleichzeitig 450 Post-Partnerschaften zu gründen. Die Partner sollen das komplette Angebot einer Postfiliale haben, inklusive Geldgeschäfte. Im heurigen Sommer soll die Umstellung über die Bühne gehen, 3.000 potenzielle Partner (Greißler, Trafiken, Apotheken) hat die börsenotierte Post ausgemacht.


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Die von den Schließungen betroffenen 360 Postler werden in nahegelegenen Ämtern untergebracht, versicherte am Dienstag Filialvorstand Herbert Götz.

Die nun vor der Schließung stehenden Ämter hätten 2008 einen Verlust von 12 Mio. Euro verursacht. Pro Filiale seien jährlich 65.000 Euro an Kosten angefallen. Demgegenüber stünden 15.000 Euro, die ein Postpartner durchschnittlich an Provision erhält, rechnete Götz vor. Und er betonte: "Das neue Konzept bringt mehr Post für Österreich." Allerdings zeigt das Beispiel Osttirol, dass dieses "Mehr" recht unterschiedlich ausfallen kann. Der BZÖ-Abgeordnete Gerhard Huber kritisierte, dass in Osttirol in den entlegenen Bergtälern zugesperrt werde, während rund um das Ballungszentrum Liezen neue Postpartner entstünden.

Derzeit hat die Post 1.300 Postfilialen und rund 200 Postpartner. In den vergangenen Jahren hätten lediglich sechs Partner zugesperrt, für sie wurden Alternativen gefunden, so Götz. Er räumte ein, dass mit den knapp 300 Schließungen noch nicht alle unrentablen Filialen geschlossen wurden. Ob noch eine Zusperr-Welle kommt, ließ der teilstaatliche Konzern mit Hinweis auf die Unwägbarkeiten der Wirtschaftskrise offen. Seit 2000 wurden bereits über 900 Ämter zugesperrt.

Der Städtebund kritisierte heute in einer ersten Reaktion, dass kein Konzept für die Städte vorgelegt wurde. Es gäbe 24 städtische Ämter, die zusammengelegt werden sollen, aber davon war heute nichts zu hören. Dabei nehme in den Städten die Bevölkerung zu, während sie am Land schrumpfe. Den größten Aderlass leisten beim jetzigen Universaldienstkonzept, das gestern der Obersten Postbehörde vorgelegt wurde, Oberösterreich und Niederösterreich mit 65 beziehungsweise 64 Schließungen. In Wien sind keine vorgesehen.

Um Partner zu finden, startet die Post die Kampagne "Post.Partner-Initiative 2009". Außerdem sollen die Bewohner der betroffenen Gemeinden brieflich über die Alternativen informiert werden. Weiters wurde eine Hotline eingerichtet (0800 212 212).

Verkehrsministerin Doris Bures zeigte sich am Dienstag von neuen Postkonzept (weniger Ämter- mehr Postpartner) wenig angetan. "Bisher gibt es nur Ankündigungen. Ich denke, hier ist eine große Portion Skepsis angebracht", so die für die flächendeckende Postversorgung zuständige Ministerin.

Bures wirft dem Postmanagement vor, sich nicht an die Ankündigung eines Schließungsstopps bis Mitte 2009 gehalten zu haben. Außerdem seien von den seit 2000 geschlossenen rund 1.000 Postämtern gerade einmal 200 durch Postpartner ersetzt worden, kritisiert Bures. Sie kündigte heute in einer Aussendung eine "strenge Prüfung" des Postkonzeptes an.