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PR-Coup statt Weltverbesserung

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Jubeln, bitte, nun ist es amtlich: London werden die ersten Olympischen Sommerspiele der Geschichte sein, an denen kein ausschließlich männliches Team teilnimmt. Nach Katar, das sogar die Sportschützin Bahija al-Hamad die Fahne bei der Eröffnungsfeier schwenken lässt, und Brunei hat nun auch Saudi-Arabien die Teilnahme weiblicher Athletinnen gestattet. Wobei die Leichtathletin Sarah Attar und die Judoka Wodjan Ali Abdulrahim Shahrkhani weniger durch ihre Leistungen als durch ihre langärmelige Kleidung samt Kopftuch auffallen werden. Überzeugung ist es bei ihnen nicht: Beide leben und trainieren in den USA in normalen Sportoutfits. Aber macht nichts, ein bisserl auffallen ist eh nicht schlecht. Schließlich will das IOC ja ein Zeichen setzen, das entsprechend gewürdigt werden soll. Vizepräsident Thomas Bach nennt die Tatsache, dass nun alle Länder auch Teilnehmerinnen stellen, einen "wichtigen Schritt und ein Signal, dass der Sport die Gesellschaft positiv beeinflussen kann". Da schaut man im Sinne des höheren Auftrags schon einmal großzügig darüber hinweg, dass die Betroffenen keine Olympia-Limits erbracht haben und nur auf Extraeinladung des IOC dabei sind. Dieses und sein Chefdiplomat Jacques Rogge haben keine Kosten und Mühen für dieses Signal gescheut. Dabei können nicht einmal die olympischen Weltverbesserer glauben, dass die sportbegeisterten Frauen in den entsprechenden Ländern auch nur irgendwas davon haben. In Saudi-Arabien sind Frauen vom Sport quasi ausgeschlossen, an öffentlichen Schulen gibt es nicht einmal Turnunterricht für Mädchen. Hätte man wirklich etwas ändern wollen, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, sich die Reisekosten für die zähen Verhandlungen zu ersparen und das Geld stattdessen in Frauen-Sportförderprogramme im Land zu investieren. Aber das hätte halt keinen so großen Werbeeffekt gehabt.