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Parlament ist in heftige Grabenkämpfe verstrickt. | Wahlmodus offen. | Prag. Eigentlich soll am heutigen Freitag ein neues tschechisches Staatsoberhaupt gewählt werden. Doch ob es dazu kommt, war bis zuletzt fraglich. Denn unter den 281 Mitgliedern beider parlamentarischer Kammern, die den Präsidenten wählen, herrscht ein erbitterter Streit über das Wahlverfahren. Während das Lager des amtierenden Staatsoberhaupts Vaclav Klaus, allen voran die regierende Bügerpartei ODS, für eine geheime Abstimmung plädiert, fordern Sozialdemokraten (CSSD) und Grüne ein öffentliches Votum. Das sei die einzige Waffe gegen "gefährliche, intransparente und verdächtige Abmachungen hinter den Kulissen", meint Grünen-Chef Martin Bursik.
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Der Ruf nach einer öffentlichen Wahl erhob sich, nachdem ein Treffen zwischen einem sozialdemokratischen Lobbyisten und dem Chef von Klaus´ Präsidentenkanzlei, Jiri Weigl, bekannt wurde. Einige abtrünnige Sozialdemokraten, so fürchten Grüne wie die CSSD-Spitze, könnten in einer geheimen Wahl für Klaus stimmen. Ein Alptraumszenario für beide Parteien. Sie hoffen, dass ihr Kandidat, der tschecho-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jan Svejnar, die Ära Klaus heute beendet. Insgesamt 18 Jahre steht Klaus in den verschiedensten Funktionen mit an der Spitze des politischen Geschehens.
Viele Tschechen fragen sich indes, ob es bei dieser Wahl wirklich darum geht, einen neuen Präsidenten zu küren. Oder eher darum, sich untereinander und gegenseitig möglichst nachhaltig zu destabilisieren.
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