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Präsident Scorsese

Von Anton Silhan

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Wer die Golden-Globes-Verleihung nicht auf ProSieben nächtens direkt verfolgte, fand Montagabend eine aufs Wesentliche verkürzte Zusammenfassung der Hauptpreise im "Treffpunkt Kultur" auf ORF 2, der diesmal - bei ihrem zweiten Auftritt - eine routiniert wirkende Moderatorin Erna Cuesta aufzubieten hatte.

Zunächst eine Reportage aus nächster (Promi-)Nähe von Gaby Flossmann, die offenbar alle so gut kennt, dass sie sich vertrauensvoll und freundlich Kamera und Mikrofon zuwenden. Dann der Preis fürs Lebenswerk für Robin Williams. Wer einen Comedian auszeichnet wird belohnt: mit einer witzigen Dankes-Rede im wahrsten Sinn des Wortes ("danke" in einem Dutzend Sprachen) und nicht minder witzigen Bemerkungen über Hollywoods Auslandspresse.

Dann als Höhepunkt der Preis für Leonardo DiCaprios Darstellung in Martin Scorses "The Aviator". Berührend die Dankesworte Leos auf der Bühne, in die er seine Bewunderung für Regisseur Scorsese mit einschloss - und diesen zu Tränen rührte.

Irgendwie war das Geschehen rund um Scorsese nicht so fern wie es schien, war er doch, wie auch der Beitrag zuvor zeigte, eben erst zum Ehrenpräsidenten des Österreichischen Filmuseums geworden: ein internationaler Kämpfer für Filmvermittlung und -erhaltung. Ein Gewinn, den das offizielle Österreich vielleicht noch gar nicht richtig abschätzen kann.