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Premiere mit Pannen

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Da sage noch einer, die deutsche Bundesliga hätte keine Spannung zu bieten, weil eine Saison 34 Runden dauert und am Ende eh immer die Bayern gewinnen. Das mag vielleicht eintreffen, dafür kann über einen neuen Aspekt schon nach der ersten Runde trefflich diskutiert werden: über den Videobeweis, der eine bemerkenswert pannenreiche Premiere erlebte. In mehreren Stadien stand er erst verspätet oder gar nicht zur Verfügung, in allen war die virtuelle Kalibrierungslinie weg. Schon beim Confed Cup hatte der Videobeweis nicht immer für Klarheit gesorgt. Hatte die Fifa sich dennoch begeistert gezeigt, sprach die DFL nun von einer Situation, die "nicht hinnehmbar" sei, und forderte Konsequenzen von den Betreibern. Doch Eile ist geboten, jetzt, wo die Fußballverantwortlichen den Geist der Moderne gerufen haben, werden sie ihn auch nicht mehr los. In weniger als einem Jahr wird der Videobeweis auch bei der WM im Einsatz sein. Wer angesichts des Chaos’ Schlimmes vermutet, kann sich immerhin noch in Zynismus flüchten. Denn wenn die Spieler künftig nach jedem Tor erst einmal die Auswertung der TV-Bilder abwarten müssen, kann vielleicht Übles verhindert werden. Wäre etwa Nicolai Müller nach seinem Treffer zum 1:0 für den HSV gegen Augsburg nicht gleich losgestartet, hätte er sich beim Jubeln vielleicht nicht an der Eckfahne das Knie verdreht und das Kreuzband gerissen. Auch diese Szene bietet Gesprächsstoff, es müssen ja nicht immer die Bayern sein. Die gewannen übrigens 3:1 gegen Leverkusen, sind aber trotzdem nur Zweiter hinter Borussia Dortmund (3:0 gegen Wolfsburg). Aber 33 Runden kommen ja auch.