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Aktie am Tag ihrer Erstnotiz unter Wasser. | 50 Millionen Euro für die Altaktionäre. | Wien. Die Aktien des österreichischen Mischkonzerns A-Tec mussten auf Wunsch des Lead-Managers Deutsche Bank am unteren Ende der Preisspanne von 100 bis 115 Euro an die Börse gebracht werden. Die Eigentümergruppe um Mirko Kovats hatte sich zwar 102 bis 103 Euro als Emissionskurs vorgestellt, steckte dann aber zurück.
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Der Versuch, Kleinanleger für die Aktie zu begeistern, was sich vor allem Co-Lead Manager Erste Bank auf die Fahnen geheftet hatte, gelang nicht. Nach offiziellen Angaben wurden nur 4 Prozent der Aktien an diese Gruppe verkauft. Die erste Börsenotierung am Freitag in Wien lautete dann auf 99,00 Euro. Das entsprach einem Minus von einem Prozent gegenüber dem Ausgabepreis (100 Euro). Im weiteren Verlauf ging es bis auf 98,00 Euro nach unten.
Dafür konnten die Altaktionäre ein gutes Geschäft machen. Ihnen gelang es, nicht nur 250.000 Aktien im Rahmen des Börsenganges an den Mann zu bringen, sondern sie zogen auch die Mehrzuteilungsoption über 277.500 Stück, womit über 50 Mio. Euro in ihre Kassen flossen. Der Streubesitz liegt nun bei 32 Prozent. Vor allem Kovats und Ronny Pecik kamen dabei zum Zug.
Für Kovats hat sich damit ein Aktiendeal knapp vor dem Börsengang bezahlt gemacht. Er verkaufte seine Anteile an der Maschinenfabrik Emco, die er in seiner Privatstiftung hielt, an die A-Tec-Holding um zirka 70 Millionen und kaufte mit diesem Geld Pecik ein größeres Aktienpaket ab. Pecik hielt dann nur mehr 11 Prozent der Anteile und hat im Rahmen des Börsenganges seinen Anteil auf 6 Prozent abgesenkt.
Ins Unternehmen flossen durch den Börsegang 160 Millionen Euro, von denen jedoch etwa 12 Millionen an Kosten abgezogen werden müssen. Damit kann die äußerst dünne Kapitaldecke - die Eigenkapitalquote lag bei 11 Prozent - aufgestockt werden. Nach internen Berechnungen glaubt man, auf 21 Prozent zu kommen, was im nächsten Jahr (für 2006) eine Dividendenausschüttung - zwei Prozent Dividendenrendite sollen angepeilt werden - ermöglichen würde. Kovats hat nämlich das Problem, dass durch eine Dividendenzahlung die Eigenkapitalquote nicht unter 20 Prozent sinken darf, weil sonst die Gläubiger einer A-Tec-Anleihe, die 2005 begeben wurde, ein Kündigungsrecht hätten.
Deutsche Bank drängte
Nicht sehr hilfreich für den Börsegang war, dass der Anlegerschützer Wilhelm Rasinger vor dem Kauf der Aktie warnte. Damit könnte die Raiffeisen Zentralbank, die im Vorjahr bei der Platzierung der Anleihe federführend war, mit ihrer Ansicht recht behalten haben, dass man noch auf die komplette Jahresbilanz für 2006 warten sollte und ein Börsegang 2006 verfrüht wäre. Die Deutsche Bank drängte aber darauf, noch heuer, wegen der guten Stimmung, die Aktien zu platzieren. Für die unwillige RZB sprang die Erste Bank ein.
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