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Privatbrauerei Hirt setzt auf neue Produkte und Premium-Strategie

Von Peter Kantor

Wirtschaft

Ein unfreundliches Bierwetter im ersten Halbjahr 2004 bescherte nahezu allen Brauereien Umsatzeinbußen. Auch die private Brauerei Hirt verzeichnete im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003 beim Biergeschäft ein Minus von 2%, konnte den Umsatz aber durch die Einführung eines neuen Produktes halten.


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"Der August ist bei uns sehr gut gelaufen. Wenn das Wetter weiter so mitspielt, werden wir zumindest in der zweiten Jahreshälfte das Vorjahresergebnis halten können", sagt Dietmar Kert, Geschäftsführer der Brauerei Hirt GesmbH. Insgesamt müsse jedoch im Biergeschäft mit einem Minus von 2% bzw. mit einem Gesamt-Plus-Minus-Ergebnis (Bier, inkl. AF-Getränke) gerechnet werden.

Den guten Umsatz des Vorjahres zu halten, hilft der Brauerei das erst jüngst eingeführte neue Produkt "Kärnten Wasser Gold". Der laut Kert ideale, kalorienarme Durstlöscher wird dem Bier aus Hirt zwar nicht den Rang ablaufen, hat sich aber vor allem in der Kärtner Gastronomie sehr gut durchgesetzt. Auch im Lebensmittelhandel sei das Produkt nun bei den großen Organisationen gelistet, so Kert. Für 2005 plant Kert die Einführung des Produktes über die Landesgrenze hinaus. Alkoholfreie Biere will Hirterbier hingegen vorläufig nicht auf den Markt bringen.

Im Kerngeschäft, dem Biersektor, konnte die Brauerei in Kärnten die Marktführerschaft im Pilssegment laut einer GFK-Studie mit einem Marktanteil von 50% weiter ausbauen. Ergänzende Nischenprodukte wie etwa das Biobier werden in Ballungszentren erfolgreich verkauft. Laut einer Marketstudie wurde Hirter Bier 2003 in punkto Bekanntheit und Genussfaktor in Österreich an erster Stelle gereiht. Erfolge, die unter anderem auch zur Auszeichnung zum besten Familienbetrieb Kärntens im Vorjahr geführt haben, wie Kert betont.

Auf die im Herbst bevorstehende Preiserhöhung beim Branchenriesen Brau Union angesprochen, bezeichnet Kert eine Preisanpassung auch für die Brauerei Hirt als unausweichlich: "Die hohen Energie-, Rohstoff- und Transportkosten können leider nur teilweise durch interne Rationalisierungsmaßnahmen abgefangen werden. Wir werden daher unsere Preise am 1. Oktober 2004 erhöhen." Im Gegenzug verspricht Kert aber die Biersteuersenkung ab 1.1.2005 zur Gänze an die Kunden weiter zu geben.

Chancen für "Kleinere"

Die Zusammenschlüsse größerer Brauereien sieht Kert eher als Chance denn als Gefahr für die Brauerei Hirt: "Für Kleinere ergeben sich daraus Chancen, speziell im regionalen Markt stärker zu punkten." Aus seiner Sicht mache sich der "Patriotismus" der Österreicher, vor allem österreichische Produkte zu kaufen, speziell in der Gastronomie immer stärker bemerkbar. Beim Einkauf könne Hirt zudem als Mitglied der Deutschen Braukooperation Vorteile am Rohstoffsektor und am technischen Sektor lukrieren. Festhalten will Kert auch an der konsequenten (Hoch-) Preisstrategie des Unternehmens. "Wir haben es als eine der wenigen kleinen Brauereien geschafft, einen österreichweiten Stellenwert sowohl in der Distribution, als auch im Bewusstsein der Konsumenten zu erreichen", so Kert stolz. Wer Hirter Bier trinke und kenne, gelte als Bierkenner und Biergenießer auf höchstem Niveau.

In der Kommunikationsstrategie will Kert wie in der Vergangenheit sehr stark auf die Mundwerbung setzen. Das Motto laute "Mundfunk ist besser als Rundfunk". Natürlich bediene man sich auch moderner Kommunikationsmittel, wie etwa bei der letzten österreichweiten SMS-Kampagne, so Kert.

Gefragt nach einem möglichen Going-Public verweist Kert auf die beiden Eigentümerinnen der Brauerei Hirt, Nelly Möller und Astrid Riegler-Matchett. Diese denken seines Wissens nach zur Zeit nicht an einen Börsengang.