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Pro und contra Bürokratie

Von Michael Schmölzer

Europaarchiv

Die EU-Kommission wäre zu bürokratisch organisiert, und versprochene Gelder zu Projektverwirklichungen in Zentraleuropa würden zwar zugesichert, dann aber zu spät bezahlt.


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Das war der Hauptvorwurf des Koordinators für die "Southeast European Cooperative Initiative" (SECI), Erhard Busek, den er anlässlich einer Podiumsdiskussion gegenüber dem Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission, Wolfgang Streitenberger, äußerte. Streitenberger meinte in seiner Entgegnung, ein gewisses Maß an Bürokratie innerhalb der EU-Kommission sei notwendig, da die Geldvergabe sonst "zwar schneller" erfolgen könnte, die Gefahr, dass das Geld "in falsche Hände" gerate, sei dann aber auch dementsprechend größer. Außerdem stehe die Kommission vor dem Dilemma, dass es auf dem Gebiet Ex-Jugoslawiens kaum geeignete Strukturen zur Umsetzung der von der EU geplanten Projekte gebe, so Wolfgang Streitenberger.

In seinem Hauptreferat kritisierte Busek, dass die Staaten Südosteuropas nur dann auf das Interesse Westeuropas stießen, wenn "bewaffnete Krisen und ethnische Säuberungen" stattfänden, sonst aber die Gesellschaften innerhalb der EU viel zu wenig informiert seien. Auch würde der Anteil des Westens an der vielbeschworenen Kriminalität in den Beitrittswerber-Ländern oftmals verdrängt. Beispiele dafür seien die Bereiche Menschenhandel sowie Bereitstellung von Konten für illegal erworbenes Geld.