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Probst rechnet mit Einigung

Von Veronika Gasser

Politik

Im Konflikt zwischen Hauptverband (HV) und Wiener Gebietskrankenkasse zeigt sich HV-Geschäftsführer Josef Probst zuversichtlich, dass es am 14. April zu einer Einigung kommt.


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Der Kassenvertrag zwischen Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse, in dem den Ärzten höhere Honrare zugesagt wurde, steht am 14. April wieder auf der Tagesordnung des HV-Verwaltungsrates. "Dort wird er in der schon jetzt vorliegenden Form beschlossen werden," ist Probst bei Anfrage der "Wiener Zeitung" zuversichtlich. Schließlich sei die Situation seit Weihnachten bekannt gewesen, bei der Abstimmung Ende März hätten drei der 14 Mitglieder gefehlt. Der Vertrag wurde mit fünf zu fünf Stimmen abgelehnt. Hauptverband-Präsident Herwig Frad enthielt sich. Dass der Verfassungsgerichtshof die Hauptverbandsreform gekippt habe, könne kein Grund zur "Verunsicherung der Versicherten sein". Probst geht davon aus, dass das "seltsame Schauspiel Mitte April endlich ein Ende habe". Dazu müssten SPÖ- und FPÖ-Vertreter zustimmen. Dass die FPÖ die strenge VP-Linie nicht goutiert, zeigen auch die Aussagen von Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck, der anders als Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat die Ablehnung verurteilt und den HV deshalb scharf kritisiert.

Gestern haben sechs Beamte des Gesundheitsministeriums mit der angekündigten Prüfung der Wiener Gebietskrankenkasse begonnen, die nach dem Eklat um den Kassenvertrag von Rauch-Kallat angeordnet wurde. Gleich zu Beginn gab es ein Gespräch mit Kassen-Obmann Franz Bittner und dem Direktorium.

Schon 2001 habe es eine Sondereinschau gegeben, erläutert Jan Pazourek, Sprecher der Kasse, die Lage. Daher sehe man der neuerlichen Prüfung gelassen entgegen. Rauch-Kallat kritisiert die Führung der Wiener Gebietskrankenkasse mit ihrem Defizit von 10 Prozent pro Jahr. Pazourek hält die Prüfung für eine Retourkutsche gegen die rote Kasse oder ein Ablenkungsmanöver.

Josef Kandlhofer, Specher der HV-Geschäftsführung, sieht das Verhängnis in den Medikamentkosten. Ohne die Preisexplosion von 150 Prozent in den letzten 10 Jahren gebe es keine Finanzprobleme.