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Natürlich war es eine frohe Botschaft. Die Zeit des Köpferollens ist vorbei, die holde Kunst kehrt zurück: Sechs Wochen nach der Befreiung Palmyras vom IS wurde jenes antike Amphitheater, in dem die Terrormiliz Menschen töten ließ, zum Schauplatz eines klassischen Konzerts. Russland, in Syrien auch gegen den IS militärisch aktiv, hat es ausgerichtet. Geleitet von Valery Gergiev, brachte das Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters Musik von Geistesgrößen wie Johann Sebastian Bach und Sergei Prokofjew zu Gehör. Dieses "Gebet für Palmyra", so sein offizieller Name, lief auch im russischen Fernsehen. Und damit es der Westen nicht verpasste, hatte Moskau internationale Journalisten nach Syrien geladen.
Darf Russland die Befreiung Palmyras feiern? Gewiss. Die Weihestunde hatte dennoch einen seltsamen Beigeschmack - nicht nur, weil der durch die "Panama Papers" belastete Cellist und Wladimir-Putin-Freund Sergei Roldugin daran mitwirkte. Auch die schönste Musik der Welt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Syrien-Konflikt längst nicht gelöst ist. Und sie kann auch den Umstand nicht bemänteln, dass Russland in Syrien nicht nur gegen den IS kämpft, sondern vor allem für den vom Westen geächteten Präsidenten Baschar al-Assad.
Valery Gergiev hat die russische Regierung übrigens nicht zum ersten Mal als Dirigent auf erobertem Boden gefeiert. Er tat dies auch schon, als Wladimir Putins Truppen im Kaukasuskrieg 2008 Südossetien eingenommen haben. Seine Putin-Treue sei dem russischen Weltstar unbenommen. Es bräuchte aber auch niemanden zu wundern, sollten derlei Auftritte seine Nachfrage im Westen senken.
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