Zum Hauptinhalt springen

Prosit Neujahr!

Von Peter Bochskanl

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 12 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Silvesternacht verbrachten bis zu 1,2 Millionen Österreicher mit den einschlägigen Sendungen von ORF1 und ORF2, während viele - etwa die 800.000 auf dem Wiener Silvesterpfad - dem Jahreswechsel in der frischen Luft zustrebten und angeblich zehn Millionen Euro via Feuerwerk in den Nachthimmel gejagt wurden. Zumindest der Neujahrstag brachte dem wegen der verwegenen Personalpolitik seines Generaldirektors gebeutelten ORF zufriedene Zuseher: Fast 1,2 Millionen verfolgten das besonders fröhliche Neujahrskonzert, fast 1,1 Millionen das Skispringen.

Diesen Spitzenwert erreichte auch der Bundespräsident mit seiner Neujahrsansprache, was nicht nur den hohen Stellenwert des Staatsoberhauptes ausweist, sondern wohl auch Ausdruck dafür ist, dass die vielen durch fortlaufende Krisenmeldungen verunsicherten Zuseher den Hoffnungsschimmer eines Auswegs erwarten. Fischers klare Worte (Sparen mit sozialer Ausgewogenheit, Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, Einmahnung, sich endlich über die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung zu einigen) und sein eindeutiges Europa-Bekenntnis mögen etwas beruhigt haben. Aber ebenso ist es dem Bundespräsidenten gelungen, viele nach dem Fest- und Konsumrausch ohne Panikmache auf den Boden der Realität einer mit vereinten Kräften lösbaren Schieflage zurückzuführen. Möglicherweise ist da auch so manchen Politikern - vor allem auf Seite der Opposition - ein Licht ihrer großen Verantwortung aufgegangen.