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Der palästinensische Bauer schaut über das Tal und zeigt mit der Hand auf die Mauer, die dort unten steht. Der teilweise acht Meter hohe Wall setzt sich in den Süden fort, soweit das Auge reicht - genau dort, wo Abdelfattah Abdullah einmal seine Felder hatte. Das Dorf sei jetzt "in alle Richtungen abgeschnitten", klagt der 67-Jährige.
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Nicht nur für ihn ist das Leben zum Alptraum geworden, seitdem Israel jenseits der grünen Grenze zum Westjordanland den Schutzwall errichtet - mit ihm sind tausende weitere Palästinenser im Nordwesten des autonomen Gebiets von dem Bau betroffen, der palästinensische Selbstmordattentäter aus Israel fernhalten soll.
Abdullahs Dorf Naslat Abu Nar sowie zwei weitere Dörfer liegen nun eingezwängt zwischen Israel auf der einen und dem Schutzwall im Westjordanland auf der anderen Seite. Abdullah blickt auf Naslat el Gharbija, eine kleine palästinensische Ortschaft hinter dem Schutzwall, die höchstens einen Kilometer Luftlinie entfernt ist und die er früher mühelos zu Fuß erreichen konnte.
"Jetzt ist das unmöglich", sagt ein anderer Dorfbewohner. Jetzt müssen die Dorfbewohner fünf Kilometer weit gehen, um zu einem Gitter zu kommen, und erst dort können sie die künstliche Grenze überschreiten. Das ist ärgerlich, aber nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist, dass tausende Bauern dort unten im Tal ihre Felder verloren haben - und damit ihr Einkommen.
Rund um Tulkarem und im ganzen Nordwesten des Gebietes ist das Land sehr fruchtbar; Obst, Gemüse und Oliven wachsen hier im Überfluss. Aber um den Schutzwall errichten zu können, hat Israel tausende Hektar Land plattgewalzt - Landstücke, die üppig bepflanzt waren. Viele Bauern sehen sich jetzt von ihren Feldern durch den Wall abgeschnitten.
Ein Hektar Land einfach weg
Der 55-jährige Jaudat Ketana hat durch den Bau der Grenzmauer nach eigenen Angaben fast einen Hektar Land verloren, auf dem er Gemüse angebaut hatte, das sind zwei Drittel seiner Felder. "Über unserer Zukunft schwebt ein Fragezeichen", sagt er. "Das ist das schwierigste Jahr, das wir jemals hatten." Ihm ist aber wenigstens noch etwas geblieben. Abdullah dagegen sagt, er und seine fünf Söhne hätten alles verloren.
Ketana hat im Prinzip Verständnis für den Schutzwall. "Ich bin gar nicht dagegen, dass die Israelis an der Grenze eine Mauer bauen", sagt er. "Aber warum fast vier Kilometer im Inneren des Westjordanlands? Sie erwürgen uns. Die Leute können nicht mehr atmen." Immer mehr Anwohner seien nun auf Hilfe von außen angewiesen.
Die regierungsunabhängige palästinensische Organisation Pengon geht davon aus, dass Israel für den weiteren Bau des Walls zehn Prozent der Ländereien im Westjordanland in Beschlag nehmen wird. Und für Ketana gibt es keinen Zweifel, dass "diese Mauer die grüne Linie ersetzen wird", die Israel bisher von dem Palästinensergebiet trennte - auch wenn es einmal einen unabhängigen Palästinenserstaat geben sollte.
Von israelischer Seite heißt es dazu lakonisch, anders lasse sich die Welle der Selbstmordanschläge gar nicht aufhalten. Die meisten Israelis befürworten den Bau des Walls, der schätzungsweise 1,5 Mrd. Dollar (1,324 Mrd. Euro) verschlingen wird. Wenn er fertig ist, soll er eine Länge von 700 Kilometern haben.
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