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Raiffeisen International schließt Übernahme der Bank Aval ab

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Totalübernahme kostet 883 Mio. Euro. | Fusion in der Ukraine frühestens 2007 oder 2008. | Kiew. Herbert Stepic ist sichtlich zufrieden: "Ein schönes Kaufwetter", meinte er am Donnerstag, nachdem das Flugzeug am Flughafen von Kiew gelandet war. Und die Raiffeisen International (RI), deren Generaldirektor Stepic ist, hat eingekauft - und zwar ganz groß: die Bank Aval, die zweitgrößte ukrainische Bank.


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Nach den Genehmigungen durch Wettbewerbsbehörden und Nationalbanken konnte die Übernahme nun planmäßig abgeschlossen werden. Raiffeisen International (RI), die Ostbankengruppe der RZB, muss 883 Mio. Euro hinblättern, um 100 Prozent an der Aval Bank zu bekommen. Damit setzt das Institut, das erst heuer an die Wiener Börse gegangen ist, seine Wachstumsstrategie in Osteuropa fort. Raiffeisen ist bereits mit 1250 Mitarbeitern in der Ukraine präsent. Die Bank Aval beschäftigt 18.000 Mitarbeiter.

Die Raiffeisen Ukraine hatte sich bisher auf das Firmenkundengeschäft konzentriert, die Bank Aval auf die Retail-Kunden, also Privatkunden und kleine Unternehmen. Wie sich die Synergieeffekte auf die Anzahl der Jobs auswirken wird, könne derzeit noch nicht gesagt werden, hieß es. Für den Integrationsprozess sind 18 bis 24 Monate vorgesehen, erklärte RI-Finanzvorstand Martin Grüll vor Journalisten. Auf der einen Seite stehe die Optimierung, auf der anderen das Wachstum. "Was da am Ende des Tages für ein Personalstand herauskommt, kann man heute nicht sagen", meinte Grüll.

Der Bankenmarkt in der Ukraine wächst derzeit um 28 Prozent pro Jahr. Gemessen an den Bilanzsummen von Ende 2004, kommen Aval und Raiffeisen Ukraine auf einen gemeinsamen Marktanteil von 11,5 Prozent. Eine vollständige Fusion der beiden Banken wird es frühestens 2007 oder 2008 geben. Die Marke Aval soll vorerst erhalten bleiben. Die Kosteneinsparungen auf Grund von Synergieeffekten sollen sich auf jährlich 5 Mio. Euro ab 2008 belaufen. Neuer Vorstandschef der Aval wird Oleksander Lawrentschuk, der bei der Raiffeisenbank Ukraine bisher für das Retailgeschäft zuständig war.

Der nächste große Einkauf könnte mit der rumänischen CEC vor der Tür stehen, für die die RI ein Angebot gemacht hat. Abgesehen davon seien derzeit keine anderen Akquisitionen in der Pipeline. Trotz des Kaufs der Bank Aval sei jedenfalls auch für die CEC noch genügend Geld in der Kassa, gab Grüll zu verstehen und verwies darauf, dass die RI über einen ausreichenden Eigenkapitalpolster verfüge.