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Wien. Die schlechte Nachricht für Firmenkreditkunden versucht Klaus Buchleitner, Chef der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), in schöne Worte zu kleiden: Nein, es gebe keine Kreditklemme, sagt er, aber einen Trend zu mehr Sicherheiten. Er spricht von Eigenkapital und höheren Margen. "Ja, die Kredite werden teurer", räumte er dann am Donnerstag auf Nachfrage im Klub der Wirtschaftspublizisten ein. Um wie viel könne er generell nicht sagen, das hänge vom Kunden ab.
Höhere Kreditkosten, während die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem Rekordtief hält? Buchleitner spricht von einer "Quadratur des Kreises" im Bankgewerbe: Die Kunden wollen höhere Einlagenzinsen und mehr Sicherheit, die Politik will die Bankenabgabe und mehr Kredite an die Unternehmen, die Regulatoren wollen mehr Eigenkapital, und die Eigentümer wollen Gewinne sehen.
Strategie aus Wachstum
und Konsolidierungskurs
Das erfordere eine Doppelstrategie aus Wachstum und Konsolidierungskurs. Erste Erfolge seien um 3,3 Prozent mehr Kredite im heurigen Jahr und um fünf Prozent mehr Einlagen, so Buchleitner. Der Wertpapierbestand sei im ersten Halbjahr um eine Milliarde Euro reduziert worden. Es werde keinen großen Personalabbau geben. Der Wachstumskurs der nächsten Jahre konzentriere sich auf das Kerngeschäft bei Privat- und Firmenkunden: Der Marktanteil in Wien soll bis 2020 von derzeit 14 auf 20 Prozent steigen. In Niederösterreich liegt der Marktanteil der RLB NÖ-Wien ohnehin bei 44 Prozent.
Als Aufsichtsrat der börsennotierten Raiffeisenbank International (RBI) kündigte er trotz Gewinneinbruch konstante Dividenden an. Auf Konzernebene erwartet Buchleitner gemeinsam mit der Raiffeisen Zentralbank ein dreistelliges positives Ergebnis.
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