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Rasch präsent mit Präsenten

Von Claudia Peintner

Wirtschaft
Ein Gutschein als Geschenk kommt immer gut an. Foto: Tibidono

Geschenkkarten als Geschäftsidee. | Gutscheine übers Internet verschenken. | Wien. In den USA und England gehören "Gift Cards" - also Geschenkgutscheine im Scheckkartenformat - längst ins Sortiment eines jeden Supermarktes. Statt in die unzähligen Filialen für Last-Minute-Geschenke zu eilen, finden sich auf einem Ständer Gutschein-Ideen verschiedenster Anbieter: aus der Wellness- und Freizeitbranche bis hin zur Floristik oder Gastronomie.


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Die beiden Salzburger Brüder Mark und Michael Zyla waren 2009 zwar nicht auf Präsent-Suche in den USA - ein Mitbringsel ihrer Entdeckungsreise konnten sich die zwei Wirtschaftsakademiker aber dennoch nicht entgehen lassen.

"Das Konzept mit den Geschenkkarten hat uns inspiriert, der Käufer spart Zeit und der Beschenkte kann sich selbst aussuchen, was er am liebsten hat", erzählt Michael Zyla.

Zurück in der Heimat ließen sie ihre Finanz- und Marketingjobs hinter sich und zogen mit "Tibidono" selbst eine Geschenkkartenfirma auf. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Ich schenke dir". Mit der Geschäftsidee waren sie in Österreich allein auf weiter Flur.

Damit die Gutscheine an ihren Besitzer kommen, wählten die Brüder zwei Vertriebswege. Die "Gift Cards" sind mittlerweile in allen österreichischen Interspar-Filialen zu finden. Bei den Kassen stehen Ständer mit sechs Gutscheinprodukten: ein Zeitungs- oder Zeitschriftenabo für die Mutter, ein Austrian Airlines-Wertgutschein für den Schwager, ein ÖAMTC-Fahrtechnik-Training für die Enkelin. Und zum Abschluss noch eine Casinos Austria-Geschenkkarte oder eine Gutschrift für Dessous für den Partner oder die Partnerin. Die Karten sind mit Beträgen zwischen 25 und 167 Euro aufgeladen.

Zu diesen österreichweit verbreiteten Artikeln gesellen sich demnächst auch Gutscheine für regionale Produkte. "Wir haben in der Vergangenheit beobachtet, dass vor allem Essens-, Wellness- und Freizeitgutscheine sehr gut ankommen", so Zyla.

Aus diesem Grund wollen die Jungunternehmer ab Herbst auch mit Gutscheinen für lokale Haubenlokale, Kochkurse oder Kletterparks die Bevölkerung zum Schenken animieren. Mit im Sortiment ist auch ein Gutschein für Eintrittskarten zu Fußballspielen. Gestartet werden soll in Salzburg, die anderen Bundesländer kommen dann etappenweise hinzu.

Noch mehr Geschenkideen im Internet

Bereits erhältlich ist das regionale Angebot über Internet. Auf www.tibidono.com findet man unter Rubriken wie Auto, Schmuck oder Reisen noch mehr Geschenkideen. Der Unterschied zum Verkauf an der Supermarktkassa: Die Gutscheine im Internet lassen sich mit einer Grußbotschaft oder einem Foto personalisieren und dann online an die zu beschenkende Person versenden.

Die Tibidono-Mannschaft besteht derzeit aus vier Mitarbeitern in Österreich. Wie in ihrem früheren Berufsleben auch, kümmert sich Michael Zyla um das Marketing und die Beschaffung, sein Bruder Mark um die Finanzen.

Während im englischsprachigen Raum längst große Ketten etwa aus der Bekleidungsindustrie mit Gutscheinkarten präsent sind, schrecken sie hierzulande vor dem neuen Vertriebskanal noch zurück. "Viele befürchten, dass die technische Umsetzung sehr zeitaufwendig ist", mutmaßt Michael Zyla und räumt diese Bedenken sogleich aus dem Weg: Denn die für das Geschäft wesentlichen IT-Aufgaben werden hauptsächlich von einem Tibidono-Team in Deutschland durchgeführt.