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Rechtsstreit um heimisches Maut-System entbrannt

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Das Maut-System sorgt nicht nur beim Nachbarn Deutschland für Aufregung. Jetzt ist auch in Österreich ein Rechtsstreit entbrannt. Die Grazer Mauttechnikfirma Efkon, die hierzulande als Mitbieter aus dem Rennen fiel, doch im deutschen Betreiberkonsortium sitzt, hat nun Strafanzeige gegen den Mautbetreiber Europpass und dessen Systemlieferanten Kapsch TrafficCom erstattet. Gegenstand der Anzeige sind "gravierende Mängel der veralteten Mikrowellen-Technologie".


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Laut Efkon funktioniert die für die Mautberechnung notwendige Go-Box auf metallisierten Windschutzscheiben nicht. Damit seien jedoch bis zu 20% aller Lkw und Busse ausgestattet. Diese würden nun zwangsläufig zu Mautsündern. Efkon, spricht von Diskriminierung und äußert den Verdacht, dass die Asfinag von Europpass über dieses "grobe technische Manko" nicht informiert worden sei. Der Efkon-Vorsitzende Helmut Rieder spricht von "einem Skandal, der unter den Teppich gekehrt wurde". Sollte das System am 1.1.2004 in Betrieb gehen, dann "werden wir stärkere Geschütze auffahren als die Strafanzeige", droht er. Europpass und Kapsch weisen die Anschuldigungen zurück und wollen jetzt mit rechtlichen Schritten antworten.

Efkon ist weltweit führender Technologie-Lieferant von Mautsystemen auf Infrarotbasis. Und als solcher im deutschen Betreiberkonsortium Toll Collect, dessen Maut-System ein Flop wurde, da es noch immer nicht funktioniert. Der Rundumschlag muss auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Denn sollte Deutschland sich auch für Mikrowelle entscheiden, verliert Efkon seinen Auftrag. Deshalb warnt Rieder auch eindringlich davor auf das Österreichische System umzuschwenken: "Das wäre eine Katastrophe für Deutschland".