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Die Ideen der Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" werden vom Bund abgewunken. Die Sterbebegleitung hat keine politische Priorität.
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Begonnen hat die Debatte mit der Idee der ÖVP über ein Sterbehilfeverbot in der Verfassung. Das entpuppte sich als Themenverfehlung. Denn der Europa-Trend geht in Richtung selbstbestimmtes Sterben. Im Endbericht der Enquete wurde die ÖVP-Idee nur noch halbherzig erwähnt. Stattdessen wurde über die Mängel in der Hospiz- und Palliativversorgung , also der Sterbebegleitung, diskutiert. Zu Recht.
Bis 2020 fehlen 129 Palliativbetten, 192 stationäre Hospizbetten und sechs Tageshospize. Vor allem im Kinder-und Jugendbereich gibt es Nachholbedarf. Die Versorgung ist österreichweit nur zu 50 Prozent gedeckt. Das genügt nicht, darüber waren sich alle Experten und Parteien in der Enquete einig.
36 Millionen Euro zusätzlich beträgt der Preis für das würdevolle Sterben in den kommenden zwei Jahren. Doch wiewohl Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) als auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) winkten am Dienstag auf Nachfrage ab. Österreich hat kein Geld dafür.
Im Grunde ist es eine Frage der politischen Priorität. Für ein Sicherheitspaket werden über Nacht 290 Millionen Euro locker gemacht. Verständlich. Die Steuerreform in eineinhalb Wochen soll eine Entlastung für die Bürger bringen. Wichtig. Die Hypo kostet schon fast das 200fache der benötigten Gelder für Hospiz und Palliativ. Bezeichnend.
Was ist aber wirklich wichtig im Leben? Mir als 21-Jährigem ist es lieber, auf ein paar Reform-Euro mehr in der Geldbörse zu verzichten, und dafür die Sicherheit zu gewinnen, dass Menschen im fünftreichsten Land Europas in Würde sterben können. Es ist höchste Zeit, dass der Umgang mit Sterbenden politische Priorität bekommt.

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