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Die Österreicher haben wenig Respekt vor dem "reichen Onkel aus Amerika". Diese Erfahrung macht zumindest der austro-kanadische Milliardär Frank Stronach, dessen ambitionierte Österreich-Projekte | offenbar zum Scheitern verurteilt sind.
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Zuletzt musste der gebürtige Österreicher sein Vorhaben begraben, eine riesige Kugel als Touristenattraktion nahe Wien zu bauen. Auch den Plan für einen eigenen Sport-TV-Kanal musste er aufgeben.
Zudem hat Stronach, dessen internationaler Auto-Zulieferkonzern "Magna" mehrere Betriebe in Österreich unterhält, nun auch Ärger mit den österreichischen Gewerkschaften.
Stronach hat sich sein Engagement in der alten Heimat wohl anders vorgestellt. Er stammt wie Arnold Schwarzenegger aus der Steiermark und hat eine wahre Traum-Karriere hinter sich. Als Franz
Strohsack in Weiz geboren, wanderte er in den 50-er Jahren nach Kanada aus, wo er als gelernter Werkzeugmacher ein Autozuliefer-Imperium aufbaute. Auch als Züchter von Rennpferden hat sich Stronach
einen Namen gemacht.
Österreichische Behörden und Bürgerinitiativen sorgen nun dafür, dass der von den Medien als "reicher Onkel aus Amerika" bezeichnete Stronach aus allen Wolken fällt. Die 200 Meter große Riesenkugel,
in deren Inneren den Besuchern alle Weltwunder vor Augen geführt werden sollten, ist an einer Flut von Einwendungen durch Anrainer gescheitert.
In Pörtschach am Wörthersee, wo eine riesige Freizeitanlage geplant war, stellte sich die Naturschutzbehörde Stronach in den Weg. Selbst in Salzburg, wo der Milliardär ein neues Fußball-Stadion
errichten will, formiert sich bereits eine Bürgerinitiative gegen das Projekt.
Der Fußball scheint es dem 66-Jährigen besonders angetan zu haben. Im Frühjahr ließ er sich zum Präsidenten der Fußball-Bundesliga küren, nachdem er den Vereinen Geldspritzen zugesichert hatte.
Stronach hat zudem versprochen, Österreich im Jahr 2010 zum Weltmeistertitel zu führen.
Natürlich wollte er mit seinem sportlichen Engagement auch Geld verdienen: Die Bundesliga-Spiele sollten in seinem eigenen TV-Sender mit angeschlossenem Wettkanal übertragen werden. Die Idee haben
ihm mittlerweile der österreichische Rundfunk (ORF) und die österreichische Lotterie-Gesellschaft weggeschnappt. Daraufhin hat Stronach zu erkennen gegeben, dass er den Bundesliga-Vorsitz bald wieder
abgeben werde.
Zu allem Überdruss bahnt sich eine Konfrontation zwischen Stronachs Magna-Konzern und der mächtigen österreichischen Metaller-Gewerkschaft an. Stein des Anstoßes ist die Kündigung einer Frau, die
einen Betriebsrat gründen wollte.
Sie müsse sofort wieder eingestellt werden, fordert Gewerkschaftsboss Rudolf Nürnberger. "Methoden wie im Mittelalter", wirft er Stronach vor · und sucht den Kontakt mit Gewerkschaftern in anderen
Stronach-Standortländern. Dieser wiederum drohte damit, einige seiner Betriebe von Österreich ins Ausland zu verlagern. Der Fall dürfte ein gerichtliches Nachspiel haben.
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