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Retro für die Kassen

Von Francesco Campagner

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Orientierungslosigkeit macht sich bei diversen Fernsehsendern breit. Nachdem einige neue Reality-Formate ziemlich rasch vom Bildschirm verschwanden, wird mangels Ideen weiterhin auf die guten alten Zeiten zurückgegriffen.

Das Retro-Feeling ist noch immer en vogue. Auch am Wochenende konnte man sich einmal mehr davon überzeugen. Die "70er Show" auf RTL zeigte eindrucksvoll, wie man mit der gleichen Musik, denselben Gästen und Hape Kerkeling als Moderator aus einem simplen Abendprogramm ein die Senderkassen füllendes Unternehmen macht. Denn zur Sendung gibt es reichlich Merchandising: Handy-Klingeltöne von "We Will Rock You" bis hin zu "Nur die Liebe lässt uns leben", Online-Spiele wie "Invaders" (natürlich als Premium-Angebot für Zahlungswillige) und eine eigene CD-Serie.

Umgekehrt gibt es natürlich auch eine Sendung zum Merchandising. Hape Kerkeling hat damit ein Format gefunden, in dem er nicht regelmäßig auf Dieter Bohlen trifft, und doch seine Liebe zur schlagerseligen und zum Mitsingen einladenden Musik befriedigen kann.

In Deutschland waren die 70er-Jahre noch "Musikantenstadl"-frei. Statt Moik und Schürzenjäger waren Bata Illic, Chris Roberts und Marianne Rosenberg die Ikonen der pubertierenden Jugend. Die folgenschweren Auswirkungen kommen nun auf uns zu. Was in 20 Jahren droht, kann man sich schon jetzt vorstellen.