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Der Europameister 2000 ist gekürt - und somit die drei Wochen mit großteils animierend-erfrischendem Power-Fußball zu Ende. Über die sportlichen Leistungen der diversen Teams ist an anderer Stelle genug be- und gerichtet worden. Hier ist der Platz, die Leistungen des ORF zu bilanzieren - und die entsprachen im Wesentlichen dem hohen Niveau des Wettbewerbs. Es hat sich jedenfalls ausgezahlt, alle Spiele zu übertragen, wie die hohen Zuseherquoten gezeigt haben. Positiv auch die Erweiterung des Kommentatoren-Teams, sodass eine gewisse Abwechslung in Stimmlage, Temperament und Betrachtungsweise vorlag. Es ist natürlich immer eine Sympathie- und Geschmacksfrage, aber besonders gefallen haben mir Christopher D. Ryan und Thomas König, die beide rhetorisch stets auf Ballhöhe waren und von allen am seltensten ins Phrasen-Abseits liefen. Vor allem der Vorarlberger König, der mit alemannischer Trockenheit und Frische zugleich kommentierte (beim Ausscheiden der Deutschen noch eine Spur inspirierter als sonst), hat sich innerhalb eines Jahres in die erste Liga der ORF-Reporter gespielt. Wolfgang Koczi übernimmt, wenn der Eindruck diesmal nicht täuscht, das emotionale Kurzpass-Spiel eines Peter Elstner, das sich mitunter in der eigenen Leidenschaftlichkeit verheddert.
Bewährt hat sich auch das Duo Prohaska/Krankl im Studio, das in Doppelconference à la Muppets-Greise den Spielen hinterher meckerte. Wer Günther Netzer im ARD gesehen hat, der wie ein steifer Vorstandsvorsitzender referierte, konnte sich am neckischen Grantlertum der beiden Wiener erst so recht erfreuen. Darin schlagen wir die Deutschen mit mehr als 3 : 0.
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