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RHI verdient mehr - und will ganzen Gewinn in Expansion investieren

Von Helmut Dité

Wirtschaft
Wachstum vor allem in Schwellenländern: RHI-Chef Andreas Meier (l.), Finanzvorstand Stefano Colombo. Foto: reu

Weltmarktführer will der Konkurrenz weiter davonziehen. | Geld für Expansion statt für Dividende. | Wien. RHI, Weltmarktführer bei Feuerfest-Materialien für die Stahl-, Zement- und Glasindustrie, hat 2007 glänzend verdient - die Aktionäre bekommen aber weiterhin keine Dividende zu sehen. Vorstandschef Andreas Meier und Finanzvorstand Stefano Colombo wollen das Geld lieber in die Stärkung der Eigenkapitalbasis und vor allem in die weitere Expansion stecken. Bis 2010 sollen der Umsatz - auch durch Zukäufe - auf 2 Mrd. Euro, der Weltmarkanteil von derzeit 12 auf 15 Prozent steigen. Die operative Marge, die schon im Vorjahr trotz der Dollarschwäche und höherer Energiekosten - die konnten durch Preiserhöhungen überkompensiert werden - auf über 11 Prozent gesteigert wurde, soll dann 12 Prozent erreichen.


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Erstmals wieder positives Eigenkapital

Sechs Jahre nach dem Asbest-Debakel in den USA, das RHI fast in den Abgrund führte - 850 Millionen Euro Verlust musste man damals in die Bilanz für 2001 einstellen -, weist das Unternehmen erstmals wieder ein positives Eigenkapital von knapp 100 Millionen Euro aus.

Operativ hat sich die RHI seither stets verbessert. Der seit dem Verkauf der Dämmstoffsparte Heraklith 2006 reine Feuerfestkonzern verdiente 2007 bei einem Umsatz von knapp 1,5 Mrd. Euro unter dem Strich fast 110 Mio. Euro.

Für 2008 ist Meier zuversichtlich: "Der Auftragsstand ist sehr ordentlich, die Abnehmerindustrie ist einer guten Lage". Durch den Technologievorsprung werde es RHI möglich sein, im zweiten Halbjahr die Preise noch einmal um gut 5 Prozent anzuheben.

121 Millionen Euro wurden 2007 investiert, 35 Millionen Euro davon für Zukäufe. Heuer sind 65 Millionen Euro für Anlagen vorgesehen. Darüber hinaus sind weitere Zukäufe in der Pipeline - für die man angesichts der guten finanziellen Situation jederzeit auch die Kapitalmärkte anzapfen könne, hieß es.

Meier erwartet eine weiteren Konsolidierung der Branche, "da werden sich für uns Opportunitäten auftun". Denn angesichts der Kreditkrise würden Private-Equity-Fonds - wie der, der ihm zuletzt die brasilianische Magnesita vor der Nase wegschnappte, "um gut ein Fünftel zu teuer" - als Käufer ausfallen. Konkretes über mögliche Akquisitionen wollte er noch nicht äußern.

Aber auch ein "Neubau auf der grünen Wiese" etwa in Brasilien, wo Thyssen-Krupp ein großes Stahlwerk baut, sei denkbar.

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