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RLB NÖ-Wien durchbricht ungeschriebenes Banken-Gesetz

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Wen im November am Samstagvormittag beim Shopping in der Kärntner Straße urplötzlich düstere Gedanken über seine finanzielle Zukunft befallen, kann bei der Raiffeisenbank Niederösterreich- | Wien (RLB NÖ-Wien) einkehren und dort eine Gratisberatung über Vorsorgefragen in Anspruch nehmen.


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Immerhin glauben 57% der Bevölkerung Wiens laut einer Gallup-Umfrage nicht daran, daß ihre Pension im heute üblichen Umfang gesichert ist. Zugleich findet jeder zweite Wiener die

derzeitigen Banköffnungszeiten "unpraktisch". Ein guter Grund für die RLB NÖ-Wien, zehn Filialen in der Bundeshauptstadt am 6., 13., 20. und 27. November 1999 von 11 bis 13 Uhr "nur für Beratung"

offenzuhalten, berichtete Georg Kraft-Kinz, für Wien zuständiger Direktor des Instituts, gestern, Dienstag, in einem Pressegespräch.

Die 160 Kundenbetreuer, die sich freiwillig für diesen "Vorsorge-Samstag" gemeldet haben, erhalten dafür eine Prämie von 2.000 Schilling pro Tag.

Klassische Bankdienstleistungen, wie z. B. Belege abstempeln, kann man an den besagten Samstagen nicht in Anspruch nehmen, erläuterte Kraft-Kinz: "Wenn man am Samstag in die Bank geht, dann

muß das schon etwas Wichtiges sein." Bei entsprechendem Erfolg der Aktion seien weitere Überlegungen in Richtung flexiblerer Öffnungszeiten in der "sehr konservativen" Bankenbranche geplant. So wie

im Handel auch abends offenzuhalten, hat für Kraft-Kinz allerdings wenig Sinn, denn "ab 18 Uhr ist die Bereitschaft, sich mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen, zu Ende." Die Initiative, Wiener

Bankfilialen durchgehend über Mittag geöffnet zu halten, wird von fast 90% der von Gallup Befragten begrüßt.