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Heftige Kritik an Fremdwährungskrediten übte gestern Peter Püspök, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), anlässlich der Präsentation der Bilanzzahlen für das vergangene Jahr.
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Das Thema sei mittlerweile ein volkswirtschaftliches Problem: Hätten die anderen Euro-Länder so hohe Anteile an Kreditvergaben in Fremdwährung wie Österreich, wäre der Euro schwer gefährdet und damit die gesamte Wirtschaft des Euroraumes - "der Euro wäre tot". Zudem könne niemand die Kursentwicklung vorhersagen, und hätten alle Länder eine so hohe Konzentration an Fremdwährungskrediten wie Österreich, würde man zur währungspolitischen Marionette von Japan oder der Schweiz, wetterte Püspök.
Allerdings könne die RLB NÖ-Wien weder Privat- noch Firmenkunden Fremdwährungskredite verwehren, wenn der Wunsch danach bestehe. Der Anteil liege derzeit bei 18%.
Basel II sei für die RLB NÖ-Wien ab sofort kein Thema mehr, man wolle bei der "Kundenverunsicherung" nicht mehr mitspielen. Wenn Banken ein Rating-Problem hätten, könne man das nicht auf die Kunden übertragen: "Ein Delikatessenladen diskutiert mit seinen Kunden ja auch nicht über das Lebensmittelgesetz."
Im vergangenen Jahr erzielte die RLB NÖ-Wien ein Betriebsergebnis von 51,9 Mill. Euro (plus 7,8%), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug 24,1 Mill. Euro (plus 4,1%). Der Nettozinsertrag stieg um 3,8% auf 94,4 Mill. Euro, das Provisionsergebnis um 5,8% auf 38 Mill. Euro. Mit 31.12.2002 beschäftigte das Unternehmen 933 Mitarbeiter.
Einen Börsegang der RZB-Ostbankenholding (Raiffeisen International Beteiligungs AG/RIB) schließt Püspök, dessen Haus größter Aktionär der RZB ist, nicht aus: "Würde man die RIB heute an die Börse bringen, wäre sie die attraktivste Bankaktie."
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