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Roman Delugan und Elke Delugan-Meissl

Von Martin Hablesreiter und Sonja Stummerer

Reflexionen

Das Architektenteam Delugan und Meissl plädiert für mehr Mut im Wiener Baugeschehen und für einfallsreiche architektonische Lösungen im sozialen Wohnbau.


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Wiener Zeitung: Mit Projekten wie dem Filmmuseum Amsterdam oder dem Porsche Museum in Stuttgart zählen Delugan Meissl Associated Architects zu den international erfolgreichsten Architekten Österreichs. Was inspiriert Sie? Roman Delugan: Mich hat schon immer fasziniert, auf welche Art Menschen sich im Raum bewegen und wie unterschiedliche Räume in der Lage sind, uns in Bewegung zu versetzen oder auch zum Stillstand zu bringen.

Elke Delugan-Meissl: Unsere Kreativität schöpft sich auch aus interdisziplinären Kooperationen. Indem wir bei der Entwicklung unserer Projekte Künstler und Experten aus anderen Fachbereichen einbeziehen, können wir die Spanne innovativer Impulse erweitern. Das Filmmuseum in Amsterdam zum Beispiel wurde

im Diskurs mit Architekturtheoretikern und Filmleuten konzipiert, sodass neue Ideen zu den Themen Licht und Illusion zum Tragen kommen konnten. Gerade die Interaktion mit anderen Berufsgruppen macht die Architektur zu einer spannenden Disziplin.

Würden Sie sich als typische Wiener Architekten bezeichnen? Roman Delugan: Natürlich können wir unseren Wienbezug schwerlich leugnen, wenngleich wir versuchen, international zu denken und uns nicht durch einen engen lokalen Horizont beschränken zu lassen. Heimatgefühl ist mir persönlich unbekannt. Die hohe Ausbildungsqualität der Universität für Angewandte Kunst hat mich ursprünglich nach Wien gezogen. Ich könnte mir aber ebenso gut vorstellen, Architekt in Hamburg oder Berlin zu sein.

In internationalen Rankings wird stets die hohe Lebensqualität Wiens gepriesen. Ist Wien als Stadt perfekt, so wie es ist? Roman Delugan: Es besteht durchaus Handlungsbedarf. Wien bräuchte dringend mehr politischen Mut, müsste sich noch weiter der Herausforderung stellen, neue Wege zu beschreiten. Dieser eigenartige Stolz auf die "österreichische Lösung" - den Kompromiss - ist doch fatal. Denken Sie nur an das Wiener Museumsquartier. Man wollte so etwas wie ein Wiener "Centre Pompidou" schaffen, schrieb einen Architekturwettbewerb aus und hat nach einem langen Prozess des Tauziehens schließlich die ursprüngliche Qualität des Siegerprojekts nicht zur Gänze realisieren können. Auf diese Weise werden städtische Vorzeigeprojekte immer wieder auf halbem Weg ausgebremst, dabei ist die Architekturszene der Stadt eigentlich vital und vielschichtig.

Elke Delugan-Meissl: Ein anderes Beispiel ist der Wiener Wohnbau. Einst galt Wien weltweit als Vorbild auf diesem Gebiet, doch seit Jahren genügt uns der Status Quo. Das Potential zur Weiterentwicklung ist vorhanden, es gibt viele Stimmen, deren Bereitschaft, jenseits von Standardlösungen zu agieren, groß ist. Aber ganze Stadtquartiere beginnen zu verarmen, es finden massive Geschäftsabwanderungen statt und dennoch beruft sich Wien immer wieder auf seine traditionell hohe Lebensqualität und das Renommee des Wiener Wohnbaus. In der Tradition einer großen Sache zu stehen genügt auf Dauer nicht, man muss auch den Willen haben diese weiterzuführen, zu transformieren.

Woher kommt diese Bequemlichkeit? Roman Delugan: Das ist schwer zu sagen. Es braucht natürlich schon enormen Willen, eine gewisse Stagnation zu überwinden, Dinge, die man vielleicht seit Jahren gewohnt ist, die aber ausgereizt sind, neu zu denken. Das komplexe politische und gesellschaftliche Gefüge einer Stadt kann da natürlich nur langsam agieren, und so reibt man sich in langen Diskussionen auf, bis etwas geschieht.

Würden sie behaupten, Wien sei eine Kulturstadt? Elke Delugan-Meissl: In den Bereichen Theater und klassische Musik glaube ich tatsächlich an die kulturelle Qualität Wiens. Aber trotz vieler talentierter Architekten hat die Baukunst in Wien diesen High Standard noch nicht erreicht. Die Chancen, gute Architektur realisieren zu können, sind noch immer sehr gering. Interessant ist aber doch, dass es einen starken Kulturexport aus Wien gibt, das heimische Umfeld offenbar zumindest ein guter Nährboden für innovatives Potential ist.

Ist der Architekt ein Feindbild der Wiener? Elke Delugan-Meissl: Das glaube ich nicht, das Architektonische ist ja sehr mit dem historischen Selbstverständnis der Stadt verknüpft - man denke nur an Wagner und Loos. Gemessen an anderen Themen spielt die Architektur in Österreichs Medien allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Wenn eine ausführliche Berichterstattung stattfindet, dann leider oft in populistischer Weise, um Projekte zu "bekämpfen". Eine diskursive Auseinandersetzung wie zum Beispiel in der Schweiz oder in Deutschland findet nicht statt. In der "Neuen Zürcher Zeitung" oder in der "Frankfurter Allgemeinen" werden Themen wie Städteplanung kritisch und spannend durchleuchtet, während man in Österreich oft oberflächliche "Werbetexte" für Architekt XY veröffentlicht. Ein differenzierter und informativer Diskurs wäre wünschenswert!

Nehmen sich die Architekten da nicht ein bisschen zu wichtig, wenn sie einen kulturellen Diskurs gerade über ihren Beruf fordern? Roman Delugan: Es geht nicht um Werbung, sondern darum, zu veranschaulichen, welche gesellschaftlichen Dimensionen Architektur haben kann. Wir werden vom städtischen Gefüge, von der Architektur, vom Raum geprägt. Diese räumliche Umgebung ist für das Zusammenwirken und Funktionieren einer Gesellschaft von enormer Bedeutung.

In Wien zum Beispiel erfreuen wir uns daran, dass an jeder Ecke ein Beisl zu finden ist und die Stadt belebt ist. Auch das hat etwas mit Architektur und Städtebau zu tun. Man sollte die urbane Dimension von Lebensqualität nicht unterschätzen. Stattdessen werden die Stadtränder mit gesichtslosen Fertigteilhäusern zerstört. Erzählen Sie mir nicht, dass wir über diese absolut entbehrlichen Entwicklungen nicht diskutieren sollten!

Sie sind also der Meinung, dass der Architekt eine große gesellschaftliche Verantwortung trägt? Roman Delugan: In gewisser Weise ja. Denken Sie nur an den sozialen Wohnbau. Das gleiche Augenmerk, das wir Prestigeobjekten entgegenbringen, sollten wir auch hier walten lassen. Aus eigener Erfahrung weiß man, wie man sich in engen, schlecht belichteten Räumen fühlt und wie viel Zeit unseres Lebens wir dort eigentlich verbringen müssen.

Die Konfigurationsmöglichkeiten von Wohnraum sollten viel differenzierter gedacht werden. Wie viele Menschen müssen beispielsweise frühzeitig in Altersheime, weil ihre Wohnhäuser nicht altersgerecht gestaltet sind? Wie qualitätsvoll sind im nächsten Schritt dann diese Seniorenheime konzipiert? Ein Anfang wäre es, neue Wohnungstypologien zu entwickeln, zu untersuchen, wie zeitgemäßes und zukünftiges Wohnen überhaupt funktionieren und individuell adaptiert werden kann.

Das heißt, es gibt Architektur, die glücklich macht und solche, die krank macht? Roman Delugan: Natürlich.

Kann Architektur die Gesellschaft verändern? Elke Delugan-Meissl: Das wäre zu viel verlangt, aber sie kann bestimmte Tendenzen fördern. Emotionen, die man einer Stadt entgegenbringt, werden naturgemäß von Architektur beeinflusst.

Welche Entwicklungen werden die Stadt in Zukunft bestimmen? Elke Delugan-Meissl: Der Umgang mit unseren Ressourcen wird immer bedeutsamer. Das betrifft nicht nur die Rohstofffrage oder die Klimaschutzdebatte. Wir müssen auch geistige Ressourcen besser bündeln und wesentlich interdisziplinärer arbeiten, um den Problemen der Gegenwart und der Zukunft zu begegnen. Die einzelnen Disziplinen sollten miteinander und nicht gegeneinander arbeiten - das hieße aber auch, politische Strukturen entsprechend zu adaptieren. Ein Ausschluss von Menschen ohne bestimmte amtliche Zulassung zu gewissen Arbeitsprozessen kostet kreatives Potential. Dies geht verloren, weil jemand beispielsweise nicht zur Kammer X gehört oder den Titel Y nicht vorweisen kann. Auch viele Architekten glauben, alle Aufgaben ganz alleine lösen zu müssen, und das ist keineswegs effizient. Selbst bei Urthemen der Architektur, wie dem sozialen Wohnbau, ist der Input anderer Disziplinen absolut notwendig, um neue, bessere Lösungen erreichen zu können.

Ist sozialer Wohnbau in einer globalisierten, mobilen Gesellschaft noch zeitgemäß? Elke Delugan-Meissl: Es mag kontrovers klingen, aber geförderter Wohnbau bedient heute die breite Mittelschicht und nicht mehr nur jenes gesellschaftliche Segment, für das er eigentlich gedacht war. Insofern ist der Begriff "sozialer" Wohnbau in Wien nicht mehr unbedingt adäquat und zeitgemäß. Aber das große Thema Wohnbau an sich ist zeitlos, es erfordert permanente Auseinandersetzung: Lebensgewohnheiten ändern sich, neue Formen des städtischen Zusammenlebens werden erprobt, was aber bleibt ist die Forderung nach hoher räumlicher Qualität, nicht nach Quantität.

Neuer Wohnraum entsteht derzeit vor allem in Wohnparks an den Stadträndern. Wie stehen Sie zu dieser Art der Stadtentwicklung? Elke Delugan-Meissl: Skeptisch. Allerdings sind die räumlichen Ressourcen einer Stadt limitiert. Man kann Wien nicht unbegrenzt innerhalb des Gürtels ausbauen, deshalb sollte ein guter Mix aus Stadterweiterung und innerstädtischer Verdichtung angestrebt werden. Bei der Besiedelung der Stadtränder ist die Vernetzung mit dem Zentrum das Um und Auf. Autonome, suburbane Zonen sind für die Bewohner und letztlich für die Stadt selbst fatal.

Roman Delugan: Wenn neue Stadtgebiete entstehen, die sich "Wohnpark" oder "Bicyclepark" nennen, dann suggerieren diese Namen bereits Abschottung. Denn diese sogenannten "Parks" bilden klar abgegrenzte, vom übrigen Stadtraum abgeschlossene Strukturen. Eine Stadt kann aber nur dann gut funktionieren, wenn alle Bereiche bestmöglich vernetzt und durchlässig sind. Ein "Wohnpark" hingegen ist gewissermaßen ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Er ist exklusiv zur Nutzung durch seine Bewohner bestimmt und kann von den übrigen Städtern meist nicht einmal durchquert, geschweige denn wirklich genutzt werden.

Das wirkt sich auch auf das Umfeld aus, das nach und nach immer weniger durchmischte städtische Strukturen aufweist. In eklatantem Widerspruch dazu stehen die Wohlfühlatmosphäre verheißenden Werbebotschaften und Namensgebungen solcher Enklaven. Wir müssen endlich begreifen, dass die Stadt ein unglaublich vernetztes, evolutionäres Gefüge ist, das sich nicht auf ein paar Schlagworte reduzieren lässt.

Bei der Architekturbiennale in Venedig 2002 wurden hunderte Projekte vorgestellt, aber nur ein einziger sozialer Wohnbau - und zwar von Delugan Meissl Associated Architects. Macht Sie das stolz? Roman Delugan: Es war durchaus eine eigenartige Erfahrung, dass wir als einziges Team mit zwei Wohnbauten, eben jenen am Wienerberg, antraten. Wir haben es tatsächlich in gewisser Weise als Auszeichnung empfunden, dass diese Projekte trotz ihres engen Budgets das Standing haben, international zu bestehen. Es gibt aber auch andere schöne Momente in diesem Zusammenhang, wenn nämlich Bewohner zu dir kommen und sagen: "Wow, das ist toll, wir leben gerne hier".

Würden Sie von sich behaupten, eine besonders soziale Ader zu haben? Elke Delugan-Meissl: Das ist gar nicht der Punkt, vielmehr geht es doch darum, die Verantwortlichkeit als Architekt ernst zu nehmen. Das kann sich sowohl auf den geförderten Wohnbau, als auch auf luxuriöse Einfamilienhäuser oder öffentliche Gebäude beziehen. Ein dogmatischer Zugang liegt uns generell fern, da er die Freiheit des Denkens, die kritische Auseinandersetzung und Weiterentwicklung behindert.

Auf welche Weise erarbeiten Sie zukunftsorientierte Wohnkonzepte? Welche Thematiken interessieren Sie dabei besonders? Elke Delugan-Meissl: Als Architektin spürt man sehr deutlich, wie die verschiedenen Interessensgruppen an einem zerren. Das gilt es permanent zu hinterfragen, den Handlungsspielraum zu erweitern. Wir versuchen nicht nur zu reagieren, sondern schon im Vorfeld zu agieren, Tendenzen aufzugreifen, demografische Entwicklungen einzubeziehen oder uns auch der Frage zu stellen, wie Menschen mit unterschiedlichem ethischen und sozialen Background zusammen leben wollen. Ist es möglich, als Planer kulturelle Flexibilität zu bieten? Wie berücksichtigen wir die mannigfaltigen Lebensgewohnheiten der zukünftigen Bewohner? Auf diese Fragen gilt es Antworten zu finden und Lösungen zu erarbeiten, die sich auf die in Wien vorhandenen Strukturen anwenden lassen.

Welche Tendenzen und Potentiale sehen Sie da? Roman Delugan: Neben den Themen Individualität und Flexibilität spielt in unseren Planungen vor allem der halböffentliche Raum eine große Rolle. Wie sehen jene Räume und Übergänge aus, die mich von der Gasse in meine Wohnung geleiten? Wie verschränkt sich mein privater Raum mit dem öffentlichen? In Zeiten, in denen man sich dem Menschen am anderen Ende der Welt via Internet näher fühlt, als dem Nachbarn im eigenen Haus, verschiebt sich das Verhältnis von Miteinander, Kommunikation und Abgrenzung. Die eigene Wohnungstür ist ja kein "Mäuseloch", in das man so schnell wie möglich hineinhuscht, um in Wohnungen zu gelangen, die als autarke, völlig abgekapselte Zellen fungieren. Wir versuchen, die Zonen des Übergangs zwischen den Wohneinheiten und in den Stadtraum hinein so zu denken, dass man sie auch tatsächlich nutzen kann und sich als Bewohner damit identifiziert.

Elke Delugan-Meissl: Für mich ist der Umgang mit innerstädtischen Freiräumen ein Zeichen dafür, wie verantwortungsvoll wir mit künftigem Wohnpotential umgehen. Es muss machbar und finanzierbar sein, adäquaten Außenraum für alle Bürger zu schaffen, wie es etwa mit einem Terrassenhaus möglich wäre. Leider investieren Bauträger lieber in High-Tech-Ausstattungen, als sich mit der eigentlichen Grundlage des Wohnens, einem qualitätsvolleren Wohnraum zu beschäftigen.

Wie sollte Ihrer Meinung nach dieser qualitätsvolle Wohnraum in Zukunft aussehen? Roman Delugan: Heterogenität ist ein ganz wesentlicher Aspekt. Alle reden von Globalisierung und ignorieren die Vielsprachigkeit im eigenen Haus. Als Architekt muss ich die Tatsache aufgreifen, dass immer öfter verschiedene Lebensgewohnheiten, Kulturen, Denkweisen, etc. in einem Gebäude zusammenkommen. Es kann mir niemand erzählen, dass zum Beispiel alle Küchen in so einem interkulturellen Wohnbau gleich aussehen sollten. Die Frage ist, wie flexibel kann ich als Architekt darauf reagieren.

Elke Delugan-Meissl: Das trifft ebenso auf das Bad zu - ohnehin ein überfälliges Thema im Wohnbau. Bedenkt man den Stellenwert, den Wellness und Badekultur in unserem Leben haben, verwundert es, welch geringe Rolle das Bad im privaten Umfeld spielt. Im Wiener Wohnbau wird es so stiefmütterlich behandelt wie ein Abstellraum!

Wie sieht es mit der äußeren Hülle von Gebäuden aus? Sind Hausfassaden ein wichtiges Identifikationsmerkmal für die Bewohner? Roman Delugan: Für uns ist die Fassade eines Gebäudes ein zentrales Thema, wir betrachten sie nicht nur als quasi notwendige Trennung von Innen und Außen, sondern als räumliche Schnittstelle, als eine Art Interface, das sich sowohl auf den Innen- als auch auf den Außenraum auswirkt und die Wahrnehmung des Gebäudes und des Raumes nachdrücklich beeinflusst. Diese Schwelle sollte architektonisch klar definiert sein und erlebbar werden.

Was bedeutet das konkret? Elke Delugan-Meissl: Die Fassaden unserer Gebäude funktionieren wie eine Haut, die schützt, aber nicht abschließt, als eine Art Filter, der nach beiden Richtungen agiert. Wir wollen einerseits ein differenziertes Fassadenbild erzeugen, die Vielschichtigkeit eines Gebäudes sichtbar machen, ohne das Innere lediglich abzubilden und anderseits das räumliche Potential variieren, die Qualität des Innenraums erhöhen. In einigen Fällen integrieren wir Möbel in die Fassade, in anderen Projekten werden Loggien zu raumbildenden Zonen. Dabei muss die Privatsphäre der Bewohner natürlich gewahrt bleiben. Reine Glasfassaden sind schwierig - sie offenbaren alles und generieren doch keine Identität.

Zur Person

Roman Delugan und Elke Delugan-Meissl: Elke Delugan-Meissl, geboren in Linz, studierte an der Technischen Universität Innsbruck Architektur. Seit 2006 unterrichtet sie an der Universität Stuttgart. Roman Delugan kam in Meran in Südtirol zur Welt. Sein Architekturstudium absolvierte er in der Meisterklasse von Wilhelm Holzbauer an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Roman Delugan ist seit 2004 Gastprofessor an der Fachhochschule Bern. 1993 gründete das Ehepaar in Wien das gemeinsame Büro, das seit 2004 den Namen "Delugan Meissl Associated Architects" trägt.

Das Architekturstudio engagierte sich von Beginn an für sozialen Wohnbau und Städteplanung. Delugan-Meissl errichteten mehrere richtungsweisende Wohnbauprojekte in Wien, unter anderem auf der "Donauplatte" und am Wienerberg. Eine dieser Arbeiten wurde als einziges Beispiel für sozialen Wohnbau 2002 im Zuge der Hauptausstellung der Architekturbiennale in Venedig präsentiert. Gegenwärtig entstehen unter anderem ein Museum für Porsche in Stuttgart, ein Filmmuseum in Amsterdam und weitere Wohnbauten für Wien. Das Team, das menschliche Bewegung als Inspiration für Architektur betrachtet, wurde mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet und stellte Beiträge für unzählige Ausstellungen.