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Über eine neue Verfassung gibt es Volksabstimmung. | Erinnerung an Unruhen im Jahr 2007 wird wach. | Nairobi. (dpa) Seit Wochen schon streiten die Kenianer über "Rot" oder "Grün" - ein "Nein" oder "Ja" zur künftigen Verfassung. Am Mittwoch können sie in einer Volksabstimmung entscheiden, ob sie das wohl wichtigste Reformwerk der vergangenen 20 Jahre in dem ostafrikanischen Land billigen wollen.
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Die bisherige Verfassung stammt noch aus der Zeit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1963 und ist nach Ansicht von Kritikern dringend erneuerungsbedürftig. Sie habe, so heißt es, die Korruption begünstigt, aber auch das mitunter tödliche Stammesdenken.
Nach jüngsten Umfragen kann mit mehr als 50 Prozent Zustimmung zu der neuen Verfassung gerechnet werden. Gelegenheit zum Verfassungsstudium hatten die Kenianer seit Monaten, denn der Text wurde in Zeitungsbeilagen in voller Länge abgedruckt. Sie sieht eine Verschiebung der Machtverhältnisse innerhalb der Regierung vor. Hatte der Präsident bisher das Sagen, soll künftig die Rolle des Premierministers gestärkt werden.
Kirchlicher Widerstand gegen Abtreibung
Das "rote Lager" der Verfassungsgegner stützt sich vor allem auf die katholische und eine Reihe von Freikirchen. Ihr Widerstand richtet sich besonders gegen die in der neuen Verfassung vorgesehene Legalisierung der Abtreibung. Teile der christlichen Kirchen wettern auch gegen die sogenannten Kadi-Gerichte für Muslime, die nach islamischen Recht über Familienangelegenheiten entscheiden sollen. Sie sehen darin eine Privilegierung der Muslime in dem multi-ethnischen und -religiösen Land und verlangen eine juristische Gleichbehandlung aller Bevölkerungsgruppen.
Die Debatte für und wider die Verfassung wird teilweise mit großer Emotionalität geführt. Unabhängig vom Ausgang des Referendums fürchten tausende Kenianer neue Gewalt, ähnlich wie nach der Präsidentenwahl im Dezember 2007.
Als bei einer Versammlung von Verfassungsgegnern in Nairobi vor wenigen Wochen zwei Sprengsätze explodierten und fünf Menschen bei einer Massenpanik ums Leben kamen, sahen viele ihre Befürchtungen bestätigt, dass das Referendum neues Blutvergießen auslösen könnte. Beim Referendum werden tausende Sicherheitskräfte an 29 möglichen Brennpunkten stationiert.
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