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Rückzug bei AUA fix: Städtische wird Lufthansa-Offert annehmen

Von Karl Leban

Wirtschaft

Geyer bereit: "Wir verkaufen unsere Aktien." | Auch Raiffeisen und Bank Austria gehen von Bord. | Wien. Für die AUA-Streubesitzaktionäre läuft seit Montag die mehr als zweimonatige Frist zur Annahme des Lufthansa-Offerts. Ein Paket aus dem Kreis prominenter Aktionäre ist der Kranich-Airline bereits sicher - und zwar jenes der mit 1,4 Prozent beteiligten Vienna Insurance Group (VIG). Deren Vorstandschef, Günter Geyer: "Wir stehen dem Angebot wohlwollend gegenüber und sind bereit, unsere Aktien zu verkaufen."


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Die VIG, hierzulande besser unter dem Namen Wiener Städtische bekannt, ist bei der rot-weiß-roten Fluglinie seit vielen Jahren einer der vier Syndikatsaktionäre. Dem noch kontrollierenden Österreich-Syndikat gehören neben ihr und der Staatsholding ÖIAG, die als Hauptaktionärin (41,6 Prozent) den Verkauf der AUA an die Lufthansa eingefädelt hat, auch Bank Austria (2,3 Prozent) und Raiffeisen (3,3 Prozent) an.

Derzeit lassen sich Letztere noch nicht in die Karten schauen, ob sie ihre Anteile abgeben. Dem Vernehmen nach werden aber sowohl Bank Austria als auch Raiffeisen in Richtung Verkauf marschieren. Und davon geht auch VIG-Boss Geyer aus. Wie er der "Wiener Zeitung" am Mittwoch sagte, werde noch im März ein Meeting der Syndikatsaktionäre stattfinden - zum Thema Annahme des Angebots. Wann genau, ist laut ÖIAG im Moment noch offen.

Sündteures Investment

Beim Verkauf selbst geht es für VIG, Bank Austria und Raiffeisen um überschaubare Summen. Auf Basis des aktuellen Übernahmeofferts von 4,49 Euro je AUA-Aktie erlöst die VIG 5,5 Mio. Euro, bei der Bank Austria wären es gut neun Millionen und bei Raiffeisen mehr als 13 Mio. Euro.

Unterm Strich bleiben für jeden Einzelnen somit etliche Millionen auf der Strecke. Mit dem Ausstieg wird jedoch ein für allemal ein Schlussstrich unter ein Investment gezogen, das jahrelang nur Verluste eingebracht hat; frei nach dem Motto: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Analysten erwarten denn auch, dass viele Kleinanleger dem Beispiel der verkaufswilligen Kernaktionäre folgen und damit das Erreichen der 75-Prozent-Marke kein besonderes Hindernis für die Lufthansa sein sollte. Das Übernahmeangebot der Deutschen, das unter anderem auch daran gebunden ist, dass die AUA in der Zwischenzeit nicht pleitegeht, läuft bis 11. Mai.

Indes dürften die Chancen der VIG nicht schlecht stehen, bei der AUA als Versicherer wieder zum Zug zu kommen. Laut AUA ist eine Neuausschreibung vor dem Hintergrund des Lufthansa-Einstiegs gerade in Prüfung: "Sollte es dazu kommen, würden wir die VIG einladen, sich zu bewerben."