Zum Hauptinhalt springen

Ruf im Web sollte gut sein

Von Regine Bohrn

Wirtschaft

Online-Karrierenetzwerke buhlen um die Gunst der Bewerber.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 12 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wien. Die Zeiten sind vorbei, in denen man den Traumjob ausschließlich in den Samstagsbeilagen der Zeitungen gefunden hat. Denn inzwischen haben sich auch virtuelle Plattformen der Jobsuche verschrieben. Neben den klassischen Seiten wie Stepstone, Monster oder Jobpilot können Internet-Nutzer ihr Jobglück aber auch bei Karriere-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn probieren.

Die Idee hinter den Netzwerken ist relativ einfach: Man registriert sich, füllt das Profil aus und vernetzt sich mit anderen Nutzern der jeweiligen Plattform. Wenn man Glück hat, hat einer der Kontakte einen interessanten Job anzubieten oder man findet selbst einen, weil man aktiv auf der Plattform danach gesucht hat.

Um bei der Jobsuche via Karriere-Netzwerk Erfolg zu haben, sollte man sein Profil vollständig ausfüllen - sprich den Lebenslauf zur Gänze online stellen, rät Robert Beer, der bei Xing für das Geschäft in Österreich und der Schweiz verantwortlich ist. Weiters sei es "unheimlich wichtig", ein Foto, auf dem man sympathisch wirkt, online zu stellen.

Wenn es schließlich um die Beschreibung der eigenen Qualifikationen geht, sollte man das vermerken, was man wirklich gut kann, und nicht das, "was alle schreiben", meint Beer und führt als Beispiel "teamfähig" an. Auch sollte man sich bei der Profil-Erstellung überlegen, nach welchen Stichworten ein Personalverantwortlicher suchen könnte. In Summe dauere es bei Xing eine Stunde, bis man ein aussagekräftiges Profil erstellt habe.

Internetaffine Branchen

So gut die Möglichkeit auch klingt, Jobs über Online-Karrierenetzwerke zu finden, so sind dennoch nicht alle Branchen gleich stark vertreten. Bei Xing, das 2003 in Hamburg gegründet wurde, sei der tertiäre Sektor stark vertreten, so Beer. Er fügt hinzu, dass aber auch viele Jobs für Dienstleistung, Beratung, Marketing und IT auf der Plattform gesucht werden - vorwiegend also Branchen, "die internetaffin sind". Arbeitsplätze im primären Sektor seien noch vergleichsweise wenige zu finden, aber das solle sich bald ändern. Ändern soll sich auch die Zahl der registrierten heimischen Nutzer: Derzeit gebe es 420.000 Österreicher, die bei Xing angemeldet sind - Tendenz steigend.

Aber nicht nur Menschen, die auf der Suche nach einem Job sind, nutzen die Online-Karrierenetzwerke. Auch Personalverantwortliche sind bei Xing oder der amerikanischen Konkurrenz LinkedIn registriert und schauen sich hier nach möglichen Jobkandidaten um. Laut Beer suchen 4 von 10 Personalchefs Mitarbeiter über Xing. Allerdings, so fügt er hinzu, heißt das nicht, dass er auch jedes Mal fündig wird.

Die Tatsache, dass viele Personalverantwortliche auch im Internet surfen, sollte Bewerber daher vorsichtig werden lassen, was sie ins Internet stellen und was nicht. Denn stößt der potenzielle Arbeitgeber auf peinliche Partybilder oder Ähnliches, kann dies ein Ausschlussgrund sein.

Negative Online-Recherche

Laut einer aktuellen Makam-Umfrage unter 500 Personalchefs und Geschäftsführern hat immerhin jedes zehnte Unternehmen schon einmal einen Bewerber aufgrund der Ergebnisse einer Online-Recherche nicht eingestellt. Genau hier sieht Beer eine Stärke von Xing: "Bei uns haben alle Mitglieder 100 Prozent Kontrolle über ihre Inhalte." Jede zweite Firma informiert sich gelegentlich im Netz über aussichtsreiche Kandidaten, 18 Prozent tun dies immer oder meistens. Erster Anlaufpunkt ist Google - auf die Suchmaschine greifen 70 Prozent der Personalverantwortlichen zu. Dahinter kommen Facebook (44 Prozent) und Xing (16 Prozent) sowie der Kurznachrichtendienst Twitter (9 Prozent).