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200 Lehrer bei Demonstration vor Schmied-Büro. | Wien. "Und die Schmied siecht die Lehrer, wie die lautstark protestiern/ und dann ruft sie wie die Gehrer, i muaß doch des Budget saniern." Dieser Text zur Melodie von "Und jetzt gang i ans Peters Brünnele" hallte am Mittwochnachmittag in vielstimmigen Chorälen über den Minoritenplatz. Doch Partystimmung war keine angesagt: Rund 200 Lehrer hatten sich vor dem Büro von Bildungsministerin Claudia Schmied versammelt, um gegen die geplante Ausweitung der Unterrichtspflicht um zwei Stunden zu demonstrieren.
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"Wir hätten nichts dagegen, wenn die zwei Stunden den Kindern zugute kämen", sagt etwa eine Volksschullehrerin aus Wien-Donaustadt, "aber das, was jetzt geplant ist, ist eine reine Einsparung". Eine Kollegin beschwert sich über das schlechte Bild, das von den Lehrern in der Öffentlichkeit gezeichnet werde.
Wenn aber überall gespart wird, müssen da nicht auch Lehrer einen Beitrag leisten? Ein Meidlinger AHS-Lehrer meint dazu: Wenn man bei den Pädagogen privatwirtschaftliche Maßstäbe ansetzen wolle, müsse man für Lehrer auch gleiche Anfangsbedingungen schaffen, wie in der Privatwirtschaft.
Daneben fordern die Lehrer ausreichend Arbeitsplätze, Fortbildungskurse, die sie nicht selbst bezahlen müssen, und mehr Sozialarbeiter. Denn, so meint ein Simmeringer Direktor: "Wir sind nicht mehr Lehrer, sondern zu 80 Prozent Sozialarbeiter". Ein Kollege aus Wien-Donaustadt sieht das ähnlich: Die Kinder hätten keinen Respekt mehr vor den Lehrern, auch weil die Eltern sie in Sachen Unterrichtspflicht gegen die Pädagogen aufhetzen würden.
Andererseits: Auch in Klagenfurt wurde gegen Schmied demonstriert - von 2000 Schülern.
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