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Ruhiger Spätsommer an Wiener Börse

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Am Wiener Aktienmarkt war das Geschehen in den letzten August- und in den ersten Septembertagen relativ ruhig. Bei insgesamt lustlosem Handel bewegten sich die Kurse in schmaler Bandbreite seitwärts, mit leichter Tendenz nach oben.


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Die Berichtssaison der Unternehmen wurde mit Schoeller-Bleckmann und den beiden ATX-Titeln Böhler-Uddeholm und UNIQA praktisch abgeschlossen. Damit orientierten sich die Investoren wieder an den volkswirtschaftlichen Daten und am Ölpreis.

Vor allem den Zahlen der US-Wirtschaft wurde in dieser Woche große Aufmerksamkeit geschenkt. Diese haben sich zwar abgeschwächt, signalisieren aber weiterhin ein positives Konjunkturbild. Aufgrund der weitgehend in den Erwartungen gelegenen Indikatoren mangelte es den Anlegern an eindeutig Richtung bestimmenden Signalen und sie warteten deshalb auf die in Finanzkreisen viel beachteten Arbeitsmarktdaten in den USA am Freitag. Die verbesserte Lage am US-Arbeitsmarkt hat die Hoffnungen auf ein Anhalten des Konjunkturaufschwungs in den USA wiederbelebt und den europäischen Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Auch die Entspannung auf den Ölmärkten hat die Börsen positiv gestimmt.

In Wien konzentrierte sich außerdem alles auf die Spekulationen und Diskussionen rund um die VA Tech. Siemens hat auf Drängen der Übernahmekommission ihr Interesse an den Sparten Energieübertragung und -verteilung sowie Infrastruktur bekanntgegeben, doch wurden bislang noch keine Entscheidungen getroffen. Von politischer Seite kommen vorwiegend ablehnende Signale zu Plänen, die eine Aufspaltung des Konzerns beinhalten.

Der Wiener Aktienhandel war in den letzten Tagen ziemlich ruhig. Mit einem Tagesdurchschnitt von knapp 110 Millionen Euro war das Handelsvolumen um rund 20% geringer als im bisherigen Jahresschnitt. Die stärksten Umsätze verzeichneten Telekom Austria, gefolgt von Immofinanz, Erste Bank, VA Tech sowie BETandWIN.

Der ATX bröckelte zunächst an den ersten beiden Tagen um knapp 0,9% ab, um in den nächsten drei Tagen wieder anzusteigen. Er schloss die Woche mit 2.017,68 Punkten um 0,37% über der Vorwoche. Der den Gesamtmarkt umfassende WBI verbesserte sich im Wochenabstand um 0,86% auf 787,62 Zähler.

Im prime market avancierte Topcall zum Gewinner der Woche mit einem Kursplus von 15%. Grund dafür ist das vom Topcall-Vorstand unterstützte Übernahmeangebot der schweizerisch-britischen DICOM Group zu 4 Euro je Aktie. In der Gunst der Anleger standen die Aktien der BA-CA (+5,2%), die mit 54,91 Euro ein neues Allzeithoch markierten. Böhler-Uddeholm (+4%) profitierten von den ausgezeichneten Halbjahreszahlen und der Aussicht auf ein Rekordergebnis bzw. einer Dividendenerhöhung. Deutlich im Plus lagen auch Investkredit (+5,9%), Flughafen Wien (+3,9%) sowie BETandWIN.com (+3,7%). Positiv entwickelten sich weiters OMV (+2,4%), die ein neues historisches Hoch von 191,76 Euro erreichten. Fester waren auch Mayr-Melnhof (+3,1%) sowie BWT und Constantia Packaging (jeweils +2,3%). Die Aktien der heiß diskutierten VA Tech kletterten am 2. September auf das neue Jahreshoch von 56 Euro, bröckelten danach ab und fuhren im Wochenabstand sogar ein Minus von 1,8% ein. Unternehmens Invest, die sich am Büromöbelhersteller BENE beteiligte, setzte ihre Talfahrt weiter fort und fiel am Freitag auf ein neues Jahrestief, erholte sich davon aber wieder etwas. Schwach präsentierten sich außerdem JoWooD (-2,9%), UNIQA (-2,4%), Austrian Airlines (-2,3%) und Erste Bank (-2,3%). n

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"