Rupert Murdoch bei der Fox-Beichte

Von Christina Böck

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Eine Sache, auf die man sich in den USA eigentlich immer verlassen kann, ist eine Anzeige. Es ist das Land, in dem es Vorsichtshinweise jedweder Art auf Maschinen aller Ausformungen gibt - "Trocknen Sie Ihr Haustier nicht in der Mikrowelle", "Stecken Sie ihren Finger nicht in den Häcksler" -, mit denen sich die Hersteller gegen etwaige Schadenersatzklagen absichern. Und wenn jemand einer Maschine Fehlfunktionen oder gar Sabotage vorwirft, dann ist schnell die Anwaltsarmee angerufen. So ist es eigentlich kein Wunder, dass die Firma, die die Wahlautomaten in den USA herstellt, Dominion, auf ihr Recht pocht. Stand sie doch im Mittelpunkt der dreisten und gefährlichen Unwahrheitskampagne Donald Trumps. Er hatte den Vorwurf erhoben, die Geräte seien manipuliert worden, um seinen Wahlsieg zu verhindern.

Nun hat dieser Prozess zu einer erstaunlichen Aussage geführt. Rupert Murdoch, Medienmogul und Besitzer unter anderem des konservativen Senders Fox News, hat zugegeben, dass Kommentatoren seines Senders bewusst Lügen verbreitet hatten. Dass es Fox News zugunsten von Trump - oder anderen Konservativen - nicht immer so genau genommen hat mit der Wahrheit, ist bekannt. Dass es Murdoch zugibt, und zwar nicht ganz ohne Reue, hat eine neue Qualität. Vielleicht kann das ein kleiner Schritt in die Umkehr sein. Hoffentlich kommt er nicht zu spät. Fox News hat mit diesem Verhalten den ganzen Medienstand nachhaltig beschädigt. Auch jene, die sich sehr wohl den Fakten verpflichtet sehen.