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Rürup: "Bis 2010 muss es über Bühne gegangen sein"

Von Martyna Czarnowska

Politik

Die Pensionsdebatte reißt nicht ab. Nachdem sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Wochenende in Brüssel für eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters um fünf Jahre ausgesprochen haben, plädieren nun in Österreich immer mehr Experten für eine raschere Angleichung des gesetzlichen Pensionsalters der Frauen an jenes der Männer.


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Nach Ulrich Runggaldier und Theodor Tomandl schalteten sich gestern auch Bert Rürup und Bernd Marin in die Diskussion ein. Der Pensionsexperte Rürup spricht sich dafür aus, das Pensionsalter der Frauen "relativ zügig" an jenes der Männer anzugleichen: Bis 2010 müsse dies "über die Bühne gegangen sein". Gleichzeitig sollten aber Maßnahmen in der Infrastruktur - wie Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen - gesetzt werden.

Die EU-weite Anhebung des faktischen Pensionsalters sieht der Sozialwissenschafter Marin als "einmalige Chance" an, das Pensionssystem zu sichern. Damit könnten 90 bis 95 Prozent aller Pensionsprobleme gelöst werden.

Weniger Freude hat damit FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler. Es sei der Eindruck entstanden, die EU wolle das Antrittsalter anheben. "Erfrischend" findet Westenthaler hingegen den Vorschlag von IHS-Chef Bernhard Felderer, das Antrittsalter frei zu wählen.

SPÖ, Grüne und die ÖGB-Frauen bleiben bei ihrer Ablehnung. Angesichts der Einkommenskluft ist die Diskussion um ein höheres Pensionsantrittsalter der Frauen nach Ansicht der Grünen "ein Schlag ins Gesicht der Frauen".

Ein Maßnahmenpaket unter dem Motto "Höhere Frauenpensionen erfordern Taten" präsentierten die ÖGB-Frauen. Vorsitzende Renate Csörgits forderte unter anderem ein Recht auf Teilzeitarbeit - auch in der Privatwirtschaft.