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Russland macht Jagd auf Georgier

Von WZ-Korrespondent Alexander Schrepfer

Politik

Ermittlungen auch gegen bekannte Künstler. | Moskau. Die Jagd auf Georgier in Russland nimmt immer groteskere Züge an. Obwohl der georgische Präsident Michail Saakaschwili Gesprächsbereitschaft signalisiert hat, griffen die russischen Behörden in den vergangenen Tagen mit verstärkten Kontrollen und Berufsverboten hart gegen georgische Staatsbürger in Russland durch. In Moskau wurden mehrere Razzien durchgeführt und georgische Einrichtungen geschlossen. In den letzten Tagen hatten Beamte des russischen Innenministeriums drei Casinos geschlossen, die georgischen Geschäftsmännern gehörten.


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Auch georgische Gastarbeiter geraten ins Blickfeld der russischen Justiz. Am 6. Oktober wurden 143 georgische Bürger aus Russland mit einem Flugzeug des Katastrophenschutzministeriums deportiert. Geplant ist die Abschiebung einer weiteren Gruppe von mehr als 100 georgischen Staatsbürgern. Auf dem Rückflug soll die Maschine 245 russische Staatsbürger aus Georgien mit nach Russland nehmen.

Prominente Georgier

im Visier

Die russische Steuerfahndung ermitteln inzwischen gegen den Schriftsteller Boris Akunin und den Bildhauer Surab Zereteli. Beide sind Georgier. Akunin schloss nicht aus, dass diese Aktionen im Zusammenhang mit den Maßnahmen gegen Georgier in Russland stehen. Mehrere russische Bildungseinrichtungen wurden außerdem von der Polizei aufgefordert, sie über die Schüler mit georgischem Namen zu informieren. Polizisten sollten anschließend die Schulen besuchen, um illegal in Russland lebende georgische Familien aufzuspüren.

Der georgische Botschafter beim Europarat, Zurab Tschiaberaschvili, meldete rund 300 festgenommene Georgiern in Russland und sprach in diesem Zusammenhang von einer "staatlich gesponserten Ausländerfeindlichkeit".