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Ryanair wächst auch ohne Wien

Von Helmut Dité

Wirtschaft

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Gelassen kommentiert die Europa-Vertriebschefin der irischen Billig-Airline Ryanair, Sinead Finn, die Rückkehr Niki Laudas in die Luftfahrt: "Wir wollten Aero Lloyd nicht". "Verwundert" zeigte sie sich sich aber Mittwoch in Wien über das "kurzsichtige" Verhalten des Schwechater Flughafens. Wenige Tage nach dem Konkurs der Aero Lloyd habe Ryanair dem Vienna International Airport ein Angebot für die Stationierung von 15 Maschinen zukommen lassen, mit dem dieser den Verlust von rund 650.000 Passagiere auffangen hätte können - bis heute habe man aber keine Antwort erhalten. "Ryanair ist derzeit die einzige Fluggesellschaft, die in der Position ist, hinsichtlich der Passagierzahlen feste Versprechungen geben zu können", ist Finn überzeugt. Die Star Alliance bezeichnet sie als "Desaster" für Wien, weil immer mehr Passagiere über Frankfurt oder München geflogen würden. "Wien ist nett, aber Rom ist auch nett. Fürs Nett-Sein zahlen wir einfach nicht mehr." Und: "Wir sind derzeit mit über 40 Flughäfen im Gespräch". In Österreich fliegt die Ryanair Salzburg, Graz und Klagenfurt an und transportiert 800.000 Fluggäste pro Jahr von und nach London Stansted.

In der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2003/04 (April bis September 2003) legte der Marktführer der Billigfluginien mit einem Passagierplus von 45% auf 11,8 Millionen und einem Umsatzplus von 18 % auf knapp 600 Mill. Euro erneut kräftig zu. Bis April 2004 Jahres will die Airline Kurs auf 24 Millionen Passagiere nehmen - "und bis 2008 wollen wir die größte Fluggesellschaft Europas sein".