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SADC-Staaten einigen sich auf Freihandelszone

Von Vladislav Marjanovic

Politik

Den südafrikanischen Staaten ist ein historischer Durchbruch gelungen. Die Mitgliedstaaten der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) einigten sich bei ihrem jährlichen Gipfel in der Hauptstadt Namibiens Windhoek, die am 7. und 8. August stattfand, auf die Bildung einer Freihandelszone. Das Abkommen tritt am 1. September in Kraft.


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Bis zum Jahr 2008 sollen die Zollgrenzen zwischen den beteiligten Ländern fallen und in zwölf Jahren sollen überhaupt keine Abgaben mehr im grenzüberschreitenden Verkehr eingehoben werden. Über eine gemeinsamme Währung hat sich die SADC nicht verständigt. Die südafrikanische Außenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma wies darauf hin, dass die Schaffung einer gemeinsamen Währung in Europa auch mehr als 40 Jahre gedauert habe.

Problem Kabila

Nicht alle Mitglieder der SADC waren bereit, sich der Entscheidung über die Schaffung einer gemeinsamen Handelszone anzuschließen. Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Laurent-Désiré Kabila, hat sogar seine Teilnahme an dieser Konferenz abgesagt, weil er, wie er sagte "sehr beschäftigt ist". Präsident Kabila hat eine neue Offensive gegen die Rebellen der Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC) gestartet, die von Uganda unterstützt wird, aber bisher erfolglos war.

Der Anführer der MLC, Jean Pierre Bemba, sagte am Wochenende, seine Guerilleros hätten am Tag zuvor zwei Schiffe der kongolesischen Armee auf dem Fluß Ubangi, das Kongo von der Zentralafrikanischen Republik trennt, versenkt. Dabei seien die meisten der 800 Soldaten umgekommen.

Deshalb wollen sich die Chefs der 14 SADC-Mitgliedstaaten in Lusaka zu Wochenbeginn treffen, um über die Lage in Kongo zu beraten. Die SADC-Mitgliedstaaten würden gerne sehen, dass in den Konfliktgebieten die UNO-Truppen die Kriegsteilnehmer ersetzen. Für die UNO selbst wird dies aber eine schwere Bürde sein.

Krieg im Sudan

Wegen den wiederhohlten Angriffen der sudanesischen Luftwaffe gegen die zivilen Ziele in Südsudan mußte die UNO am 8. August die Operation "Lifeline Sudan" vorläufig einstellen. Nahe der Stadt Mapele wurde ein Flugzeug für Hilfstransporte der Vereinten Nationen beinahe abgeschossen. Für die Zivilbevölkerung im Süden könnte diese Entscheidung folgenschwer sein: Bereits 1998 gab es, nachdem die UNO ihre Hilfsflüge für drei Monate eingestellen musste, in der Provinz Bahr el Ghazal 100.000 Hungertote.

Um eine neuerliche Katastrophe ztu vermeiden, hat der UNO-Sicherheitsrat nun von der sudanesischen Regierung verlangt, die Sicherheit der Hilfstransporte zu garantieren.

Der Sicherheitsrat hat noch eine weitere wichtige Resolution verabschiedet: das Verbot des Einsatzes von Kindersoldaten. Künftig dürfen Staaten bei Missbrauch von Kindern keine Amnestie mehr gewähren. Nach UN-Schätzung werden jährlich 300.000 Minderjährige gezwungen, zu den Waffen zu greifen oder sich in Kriegsgebieten zu prostituieren. Erst vorige Woche wurden bei einer Gruppe von 2.500 Flüchtlingen, die aus Sierra Leone nach Guinea flüchteten, 15 Kindersoldaten entdeckt. Sie wurden von den berüchtigten RUF-Rebellen mit Kokain berauscht und in den Kampf geschickt.