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Salzburg braucht Alternative zu Pressing-Total

Von Christian Mayr

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Bei aller Euphorie über die Salzburger Fußballkünste, die nach dem Dämpfer in der Europa League mit dem vorzeitigen Titelgewinn wieder voll aufgeflammt ist, sollte man doch vorsichtig sein. Die Spiele, die über Wohl oder Wehe dieser Mannschaft entscheiden, finden erst im Sommer statt - in der Qualifikation zur Champions League. Diesmal, und das wissen alle in Salzburg, muss der Einzug in die Königsklasse einfach gelingen. Dass man an guten Tagen mit dem bisweilen zur Perfektion gebrachten Pressing-Total alle Klubs dieser Welt schlagen kann, ist bekannt; doch in der Qualifikation zur Champions League warten vielleicht andere Kaliber als Ajax Amsterdam, das sich doch recht einfallslos zwei Mal hat abschlachten lassen. Wie man dem Salzburger Spiel beikommt, hat Basel eindrucksvoll dokumentiert: eine mitunter überharte Gangart, robustes Zweikampfverhalten, lange Bälle - und dann auch noch rabiate Fans, die den Spielfluss per Matchunterbrechung stoppen. Für die Tore sorgen dann großgewachsene Stürmer, die bei Standards die sonst wenig geforderte Abwehrreihe regelrecht ausköpfeln. Dieses Rezept kennt nun ganz Europa - und alle werden versuchen, mit diesen Mitteln den Salzburger Offensivdrang zu bremsen. Die Situation erinnert etwas an Barcelona in den vergangenen Jahren (freilich zwei Klassen höher): Jahrelang wurden die Gegner von Messi und Co. an die Wand gespielt, ehe Chelsea 2012 mit Defensive pur ein Rezept fand, das bald alle kopierten. Einen Plan B kannte Barça nicht - daher sollte sich Salzburg rechtzeitig einen zurechtlegen.