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Samariter fürstlich belohnt

Von Alexander U. Mathé

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Ein Obdachloser wollte sein letztes Geld geben, um einer Studentin in Not zu helfen. Sie revanchierte sich mit einer Spendensammlung.


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Gerade zur Weihnachtszeit wird gerne die Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählt, also von jenem Mann, der völlig selbstlos einem anderen, der nach einem Überfall verletzt und mittellos war, half. Die Erzählung regt an, jenen zu spenden, die wenig oder nichts haben. Im Fall von Dominique Harrison-Bentzen hat sich die Geschichte jedoch in gewissem Sinne umgekehrt zugetragen. Die Studentin aus Preston in Nordengland hatte die Nacht des 4. Dezember durchgefeiert. In den frühen Morgenstunden ging sie zum Bankomaten, um Geld abzuheben. Zu ihrem Schrecken musste das Mädchen, das Kunst an der University of Central Lancashire studiert, jedoch feststellen, dass sie nicht nur kein Geld mehr hatte, sondern auch noch ihre Karte verloren hatte. Ein Obdachloser, der die Situation beobachtete, näherte sich ihr daraufhin und bot ihr seine letzten drei Pfund an. Sie sollte sich die Fahrt mit einem Taxi leisten können, das sie sicher nach Hause bringt. Das Geld nahm die 22-Jährige zwar nicht an, jedoch ließ ihr der Vorfall keine Ruhe. Schon am nächsten Tag versuchte sie, ihren verhinderten Helfer ausfindig zu machen, um ihm noch einmal für seine Hilfsbereitschaft zu danken. "Ich war gerührt von der netten Geste eines Mannes, der Tag für Tag der Ignoranz der Leute ausgesetzt ist", erzählt sie. Bei ihrer Recherche setzte sie unter anderem auf die Internetplattform Facebook. Dort fand sie zwar nicht den Obdachlosen, dafür aber Leute, denen er offenbar ebenfalls geholfen hatte. So soll er einem Fußgänger seine verlorene Brieftasche zurückgebracht haben, einer anderen Person habe er seinen Schal gegen die Kälte angeboten. Vier Nächte lang sei sie durch Preston gefahren, um ihn ausfindig zu machen. Als sie die Hoffnung schon aufgeben wollte, ihn jemals wiederzusehen, fand sie den großzügigen Obdachlosen schließlich. Dominique erfuhr, dass sein Name Robbie ist und dass er schon seit sieben Monaten auf der Straße lebt und keine Arbeit hat. Letzteres auch deshalb, weil er keinen festen Wohnsitz angeben kann. Das zu ändern, will die Studentin nun versuchen. Daher hat sie einen Spendenaufruf im Internet gestartet: "Wenn Leute mir drei Pfund geben - so wie Robbie versucht hat, mir seine letzten drei Pfund zu geben -, hoffe ich, dass genug Geld zusammenkommt, damit Robbie die Kaution für eine Wohnung zahlen kann." Zusammen könne man zu Weihnachten Robbies Schicksal ändern und dafür sorgen, dass er es warm und sicher hat. Die Internetseite mit dem Aufruf wurde regelrecht gestürmt. Aufgrund der vielen Zugriffe brach sie sogar zeitweise zusammen. Hatte Dominique Harrison-Bentzen ursprünglich gehofft 500 Pfund (635 Euro) zusammenzubekommen, so hält sie derzeit bei mehr als 30.000 Pfund. Für Robbies Wohnung sollte das reichen. Und Dominique ist so selbst zur Samariterin geworden.