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Sarkozy verlangt "demütige Unauffälligkeit" bei Religionsausübung

Von WZ Online

Europaarchiv

Paris. Nach der Volksabstimmung über Minarett-Verbote in der Schweiz hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Zurückhaltung bei der Religionsausübung aufgerufen.


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Gleich welchen Glaubens sie seien, müssten die Bürger "von jeder Zurschaustellung und Provokation" in diesem Bereich Abstand nehmen, schrieb Sarkozy in einem in Auszügen veröffentlichten Leitartikel für die Zeitung "Le Monde".

Religion müsse "mit demütiger Unauffälligkeit" ausgeübt werden. Dies sei kein Zeichen von "Halbherzigkeit" bei den eigenen Überzeugungen, sondern "brüderlicher Respekt" gegenüber denen, die nicht dasselbe glaubten.

"Die Öffnung gegenüber anderen ist eine Bereicherung", schrieb der Präsident laut der Website von "Le Monde". Wer nach Frankreich komme, müsse respektiert werden, gleichzeitig verdienten aber auch die Respekt, die dort schon lebten.

Die Ablehnung der Minarette in der Schweiz hat in Frankreich, wo fünf Millionen Muslime leben, die Debatte über Moschee-Projekte neu entfacht. Umfragen zeigen, dass die Franzosen in der Frage gespalten sind. Das Votum der Eidgenossen fiel zudem in eine von Sarkozy angestoßene landesweite Diskussion über "nationale Identität", die auch nach Einschätzung von Parteifreunden inzwischen aus dem Ruder läuft und vor allem den Rechtsextremen nützt.

In einer Umfrage für die konservative Pariser Zeitung "Le Figaro" gaben 46 Prozent der Franzosen an, sie würden ein Minarett-Verbot befürworten. 40 Prozent wollen den Minarett-Bau dagegen nicht untersagen. 14 Prozent machten keine Angaben. Frankreich hat die größte muslimische Gemeinschaft in Europa.