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SAS kämpft mit Personalkosten

Von Sylvie Maier-Kubala

Wirtschaft

Keine Einigung mit Gewerkschaften. | Dänische Jobs akut gefährdet. | Kopenhagen. Für die skandinavische Fluglinie SAS heißt es sparen: um eine Mrd. Schwedenkronen (93,3 Mio Euro) sind die Personalkosten zu hoch. Im Schnitt müsste jeder Mitarbeiter auf sechs Prozent seines Gehalts verzichten.


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Nachdem zehn Tage lang mit 36 skandinavischen Fachvereinigungen verhandelt wurde, waren die Gespräche Anfang Juli ergebnislos abgebrochen worden. Vor allem die dänischen Gewerkschafter stellten sich quer. Nun droht die Konzernführung mit der Absiedlung von Jobs von Kopenhagen nach Stockholm.

Erfolglos verhallte der Appell der Gewerkschafter an die Politik, sich hinter die Arbeitnehmer zu stellen. "SAS ist ein selbständiges Unternehmen. Ich denke nicht, dass sich die Politik in interne Angelegenheit einmischen sollte", lautete die Antwort von Kristian Pihl Lorentzen, Verkehrssprecher der liberalen Venstre-Partei. Dänemark hält ebenso wie Norwegen 14,3 Prozent an der Fluglinie, Schweden 21,4 Prozent. Er stärkte damit SAS-Konzernchef Mats Jansson den Rücken. In einer Nachrichtensendung hatte Jansson gesagt: "Wir müssen dorthin gehen, wo es billiger ist als in Dänemark und Norwegen. Deshalb könnte es aktuell werden, die Produktion zum Beispiel nach Schweden zu verlegen."

Urlaub oder Kündigung

Verärgert zeigte sich der Sprecher des Kabinenpersonals, Verner Lundtoft Jensen. "Wir haben Vorschläge zu enormen Einsparungen gemacht, doch unser Verhandlungspartner war offensichtlich nicht daran interessiert. Uns jetzt die Schuld am Scheitern zu geben, ist die Höhe", sagte er zum TV-Sender TV2.

Mittlerweile wurde bekannt, dass SAS bei der Kostenreduktion zu drastischen Mitteln greift: So haben 225 Flugbegleiter laut dem Wirtschaftsdienst "Børsen" einen Brief erhalten, der sie vor die Wahl stellte: entweder gleich die Kündigung oder zwei Jahre Urlaub - ohne Lohn.

Die Fluglinie hätte jedoch keine Alternative, heißt es seitens Analysten. Nur so könne sie mittel- und langfristig überleben.