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Satirischer ist nur die Realität selbst

Von Judith Belfkih

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Es war die Aufdeckung der Woche. Und bestätigte, was viele ohnehin schon geahnt hatten: Bei "Team Stronach" handelt es sich nicht um eine ernst zu nehmende Partei, sondern um ein ausgeklügeltes, von langer Hand geplantes Satireprojekt. Die "Tagespresse" brachte nun die Wahrheit ans Licht. Und zitiert auch den Parteigründer und Spitzenkandidaten selbst. Die Idee dazu kam diesem nämlich schon bei der Nationalratswahl 2008: "Ich war schockiert von dieser Plumpheit und wollte einfach entlarven, wie niveaulos die gesamte österreichische Innenpolitik ist."

Ziel war es, so die "Tagespresse", zu "testen, ob man denn mit einem komplett eindimensionalen, ideenlosen Parteiprogramm und einem Team ohne Charisma und Charme in der Lage wäre, mit den etablierten Parteien in den Umfragen zu konkurrieren."

Bei der "Tagespresse" handelt es sich jedoch nicht um eine Zeitung, sondern um die Satireseite eines Wieners. Im Falle von Stronach heißt das, dass Satire plus Satire noch nicht zwangsläufig die Wahrheit ergibt. Manchmal schlägt die Satire die Realität leider doch noch.

Dass mancher Leser die Geschichte für wahr hält, sieht man an den Postings. Darin zeigt sich einerseits das blinde Vertrauen in Web-Inhalte von Seiten vieler User. Ein Blick auf die anderen Schlagzeilen hätte genügt: "Neues iPhone kommt mit vielen Features, aber ohne Telefon" oder "Deutschland kündigt Bau neuer Siedlungen in Tirol an". Es spricht aber auch für die Qualität der Seite. Sie zeichnet das aus, was gute Satire ausmacht: die Realität an Absurdität noch zu überbieten. Und das gelingt selten.

Website "Tagespresse"