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Schaden bleibt Salzburgs Bürgermeister

Von WZ Online

Politik

Nur 37,45 Prozent Wahlbeteiligung. | Kein berauschendes Ergebnis hat die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag in der Stadt Salzburg für Amtsinhaber Heinz Schaden (SPÖ) gebracht: Er konnte seinen Chefsessel mit 53,96 Prozent der abgegebenen Stimmen zwar verteidigen, sein Konkurrent Harald Preuner (ÖVP) kam auf 46,04 Prozent.


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Mit einem lachenden Auge freue er sich über den Wahlsieg, das weinende Auge gelte der "extrem niedrigen" Wahlbeteiligung von 37,45 Prozent, sagte der Bürgermeister vor Journalisten im Schloss Mirabell.

Dem 54-jährigen amtierenden Stadtchef konnte man seine Erleichterung ansehen, als er unter kräftigem Applaus seiner Gemeinderats- und Parteikollegen gegen 17 Uhr in den Marmorsaal trat. Seinem 49-jährigen Gegner bot er die Zusammenarbeit an. "Wir haben daran zu arbeiten, dass das Instrument der unmittelbaren Bürgerbeteiligung ernst genommen wird. Ich werde mich bemühen, dass in den kommenden Jahren das Vertrauen in die Politik und die Stadt Salzburg gefestigt wird", versicherte Schaden.

Er habe gespürt, dass in den vergangenen Tagen die Mobilisierung der Wähler nicht einfach gewesen war. Die Spannung sei bei den Leuten "heraußen gewesen, schade um das Instrument der Direktwahl, über das man vielleicht nachdenken sollte", meinte ein nachdenklicher Schaden. Er selbst habe ein Ergebnis im Bereich zwischen 50 und 60 Prozent erwartet, "es sind ja immerhin fast zehn Prozent Unterschied", antwortete er auf die Frage, ob er über über das knappe Resultat enttäuscht sei. Eines habe er aber gelernt: "Manche tiefen Strömungen in der Bevölkerung sehr ernst zu nehmen." Als Stichwort nannte er das Salzburg Kurhaus, das abgerissen werden sollte. Aber er wird auch an daran gedacht haben, dass die Durchsetzung der Salzburger Olympiabewerbung gegen das klare Votum der Bürger erfolgt ist.

Bei seiner ersten Stichwahl im Jahr 1999 kam Schaden auf 58,71 Prozent, fünf Jahre später erreichte er bereits im ersten Wahlgang mit 51,9 Prozent auf Anhieb die absolute Mehrheit. Bei der Bürgermeister-Wahl vor zwei Wochen haben 45,37 Prozent der Wähler für den Amtsinhaber gestimmt, 26,07 Prozent für Preuner, der sich zum ersten Mal einer Bürgermeister-Wahl gestellt hatte.

Der Vizebürgermeister ging gestärkt aus der Direktwahl hervor. Preuner zeigte sich "sehr froh" über das "tolle Ergebnis, das uns viel Auftrieb geben und weiter anspornen wird". Für ihn sei es eine Herausforderung gewesen, gegen einen Bürgermeister, der schon zehn Jahre im Amt ist, in die Stichwahl zu gehen, "das ist ein großer Erfolg". (APA)

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Dossier: Salzburg Wahlen