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Schadensmeldung

Von Monika Jonasch

Wirtschaft

Von Ladendiebstahl bis Cybercrime - Kriminalität kostet Österreichs Händler pro Jahr 500 Millionen Euro.


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Ob im Geschäft oder im Webshop, Kriminalität kommt Österreichs Handel teuer zu stehen. Nach den naturgemäß niedrigeren Zahlen der Lockdown-geprägten Jahre ist 2022 und heuer in Sachen Ladendiebstahl wieder Normalität angesagt. Immerhin 82 Prozent der österreichischen Händler haben bereits Erfahrung mit Kriminalität im stationären Handel gemacht, 40 Prozent von ihnen sogar mehrfach, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten "Sicherheitsstudie 2023" des Handelsverbandes in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt.

Zurück zur "Normalität"

Während sämtliche Formen von Cybercrime auch in der Pandemie munter florierten und nach wie vor große Zuwachsraten verzeichnen, ziehe nun der klassische Ladendiebstahl wieder an und erreiche Vor-Corona-Niveau, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will bei der Studienpräsentation. "2022 ist die Zahl der Delikte im stationären Handel ebenso wie im E-Commerce deutlich angestiegen. Vier Fünftel aller österreichischen Geschäfte waren betroffen, bei manchen Händlern haben sich die Fallzahlen zuletzt verdreifacht."

Das häufigste Verbrechen im stationären Handel ist der klassische Ladendiebstahl mit 89 Prozent, gefolgt von der Bezahlung mit Falschgeld (43 Prozent). Organisierte Bettelei, Vandalismus sowie Bandenkriminalität machen jeweils um die 20 Prozent aus.

Die Händler gehen mittlerweile präventiv vor, setzten auf Mitarbeiterschulungen, Videoüberwachung und Warensicherung. Besondere Maßnahmen werden rund um sogenannte "Hot Products" gesetzt, also Bestseller, die leicht zu stehlen sind - wie etwa Markensportschuhe.

Insgesamt entsteht den Händlern durch Kriminalität ein Schaden von 500 Millionen Euro pro Jahr, das ist fast ein Prozent des Gesamtumsatzes. Die Schadenssumme liegt meist unter 500 Euro, bei zwei Prozent aller Delikte übersteigt sie allerdings die Marke von einer Million Euro, da etwa Überfälle oder Bankomat-Sprengungen hierzulande relativ selten sind.

Auch der Online-Handel bleibt von kriminellen Aktivitäten nicht verschont. 64 Prozent der heimischen Online-Anbieter gaben an, bereits Opfer von Cybercrime geworden zu sein. Die "beliebtesten" Verbrechensformen sind Datendiebstahl, also Phishing, vor Malware-Angriffen, bei denen Schadsoftware installiert wird, sowie Erpressungen durch Hacker.

Mit sicheren Zahlungsmethoden (Kreditkarten, Paypal) und eingeschränkten Lieferoptionen versuchen sich die Händler zu schützen. Da jedoch auch viele Kunden negative Erfahrungen gemacht haben, insbesondere mit Fake Shops, bevorzugen diese zu 67 Prozent den Kauf auf Rechnung - was die Händler vermeiden wollen. Gerade beim Online-Handel sei die Vertrauensfrage daher besonders wichtig, somit gehören Gütesiegel selbstverständlich zum Geschäft, resümiert die Studie.(mojo)