PodcastOpium gilt in Asien als ältestes Heilmittel der Welt. Tatsächlich helfen Opiate gegen Schmerzen genauso wie gegen Depressionen oder Durchfall. Der Nachteil: Körper wie Geist gewöhnen sich rasch daran, man wird "süchtig". Das wird speziell dann zum Problem, wenn der Suchtstoff verboten und somit extrem teuer ist. Arte ging am Montag-Themenabend der Frage nach, wie sinnvoll es ist, Drogensüchtige zu verfolgen, während im Machtbereich von UNO und USA in Afghanistan jedes Jahr neue Rekord-Opiumernten eingefahren und in alle Welt exportiert werden.
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Das Land erzeugt mittlerweile gut 90 Prozent des Welt-Heroinbedarfes. Ganze Landstriche leben davon. Man sah zufriedene Bauern, Kinder bei der Schlafmohn-Ernte. Einerseits bringe Opium am Markt ein Vielfaches anderer Agrarprodukte, andererseits decken auch Taliban und andere Kriegsherren oder Machthaber ihren Geldbedarf mit Opiumverkauf - im Vorjahr sollen es 7000 Tonnen gewesen sein.
Im Westen wurde Opium erst mit Extraktion von Morphium (später Heroin) ab 1897 salonfähig. Das beliebte Mittel war etwa in den USA bis 1920 legal und rezeptfrei in Apotheken erhältlich - mit allen Nebenwirkungen. Seither führen die USA "Krieg gegen die Drogen" - der sich meist nur gegen die Endabnehmer richtet. Während in manchen US-Bundesstaaten schon Besitzern von Spritzen Gefängnis droht, blühen Drogenproduktion und -export stets dort, wo die USA (oder Russland) Krieg führen. So war es in Vietnam (1965-75), von wo tausende GIs süchtig heimkehrten, so war es in Afghanistan zur Zeit der russischen Besetzung (1979-89) - und so ist es heute in Afghanistan. Für Vietnam wurden direkte Kontakte zwischen der CIA und den Drogenproduzenten nachgewiesen.

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