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Scherz laß nach!

Von István Orbán

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In den "Radiogeschichten" in Österreich 1 erzählte am Donnerstag der amerikanische Schriftsteller O. Henry von einem, der vom mit spontanem Humor gesegneten, allseits beliebten Spaßmacher zum

professionellen Humoristen wurde, darüber nach und nach seinen Humor, seine Spontaneität und seine Beliebtheit verlor, und der erst wieder zu sich, zu seiner Beliebtheit und letztlich auch zu seiner

Spaßigkeit zurückfand, als er der zwanghaften Humorproduktion von Berufs wegen entsagte.

Die Geschichte wurde irgendwann um die Jahrhundertwende geschrieben, ihre Aktualität ist aber ungebrochen · denken wir nur an einige Serials der humorigen Art im ORF: Den guten, alten "Kaisermühlen-

Blues" etwa, dem die recht bemühte Witzigkeit um jeden Preis in den letzten Satteln bisweilen arg anzumerken war. Oder die gar nicht so alte "MA . . ." (wie war doch die Zahl?), deren Autoren sich

meinem Eindruck nach von Anfang an in der Phase der zwanghaften Humorproduktion befunden haben dürften. Und da waren auch noch Serien unseligen Angedenkens um ein Fitneß-Studio und eine

Provinzzeitung, aber über die breitet man wohl am besten den Mantel des Vergessens.

Jetzt jedenfalls kommt der Sommer, und die neueren Serien machen Pause. Gut so. Vielleicht sollte man diese Pause verlängern und den diversen Autoren (siehe O. Henry) die Möglichkeit bieten, zu ihrem

natürlichen Witz zurückzufinden. Und inzwischen könnte man ja eine Zeit lang auch gar keine solchen Sachen senden. Oder allenfalls ein paar erfrischende Folgen von Kottan oder/und Tohuwabohu.